Rassistisch tafeln im „Mohrenkopf“ zu Kiel

vor 4 Monaten

Rassistisch tafeln im „Mohrenkopf“ zu Kiel
Bildquelle: Tichys Einblick

Heute gehen wir mal rassistisch essen. Und zwar so richtig, dass es einem Gutmenschen das Blut in den Adern gefrieren lässt. Unser Ziel ist das Restaurant „Zum Mohrenkopf“ in Kiel, eine gute Adresse für bodenständige Küche mit norddeutschen, aber vor allem rassistischen Einschlägen. Denn neben Seemanns-Labskaus und Kutterscholle nach „Finkenwerder Art“ stehen auf der Speisenkarte auch „Mohrenkopf-Topf“ und die Dessertvariation „Mohrenkopf“. Und der superscharfe „Mohrenkopf-Pfeffer“ aus dem biafranischen Dschungel ist auch wieder erhältlich, wie man auf der Homepage erfährt.

Da soll einen doch glatt der Teufel holen, oder wenigstens der Verfassungsschutz eingreifen und den Mohrenkopf-Topf als gesichert rassistisch einstufen. Was ist denn in Kiel los? Wer kann es sich heute noch erlauben, erstens den Laden „Zum Mohrenkopf“ zu nennen, und zweitens einige Gerichte mit dem bösen Wort auf die Karte zu schreiben? Ohne dass man ihn stigmatisiert und vom öffentlichen und politischen Diskurs ausschließt, ohne dass seine Bankkonten gekündigt werden, Herr Rossmann sich empört und solche Kunden in seinen Drogerie-Läden nicht haben möchte, ohne dass Vereine ein Ausschlussverfahren einleiten und die beiden Kirchen dem Sünder keine Absolution erteilen.

Wer steckt hinter dem Mohrenkopf? Etwa ein Agent provocateur? Oder die böse Partei, die alles abschaffen möchte, was uns lieb und vor allem teuer ist? Nein, der gute Mann heißt Andrew E. Onuegbu, ist Inhaber und Chefkoch, der sein Handwerk in besten Adressen gelernt und verfeinert hat. Und Andrew ist schwarz und hat offenbar mit Mohren kein Problem. Auf seiner Homepage erklärt er dazu, dass „der Mohrenkopf im Mittelalter diejenigen Häuser auswies, die als Fürstenherber dienten. Außerdem galt er als besonderes Zeichen für eine hervorragende Küche und eine zuvorkommende Bewirtung. Wir möchten an diese alte Tradition anknüpfen.“

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