Produzieren, wenn der Wind weht: Bundesnetzagentur will, dass sich die Industrie nach dem Wetter richtet

vor etwa 2 Monaten

Produzieren, wenn der Wind weht: Bundesnetzagentur will, dass sich die Industrie nach dem Wetter richtet
Bildquelle: Apollo News

Das Rückgrat des deutschen Wohlstands war lange seine Industrie. Damit sie wettbewerbsfähig produzieren kann, braucht sie Energie, die bezahlbar und zuverlässig verfügbar ist. Mit der ideologisch vorangetriebenen Energiewende hat Deutschland den Anteil volatiler Stromerzeugung aus Wind und Sonne stark erhöht. Wenn beides ausfällt, also bei sogenannten Dunkelflauten, wird Strom knapp und teuer.

Doch nicht nur die schwankende Erzeugung beeinflusst die Stromkosten. Die dezentrale und stark schwankende Einspeisung aus Wind- und Solaranlagen stellt das deutsche Stromnetz vor erhebliche Herausforderungen. Sind Wind und Sonne im Übermaß vorhanden, müssen Anlagen abgeregelt werden, um das Netz vor Überlastung zu schützen. Die Kosten dieser Eingriffe bei Über- oder Untererzeugung sowie der enorm teure, energiewendegerechte Ausbau der Stromnetze spiegeln sich in den Netzentgelten wider und belasten den Industriestandort Deutschland erheblich.

Statt aus dieser zur Gewohnheit gewordenen Dauerkrise zu lernen und eine Energiepolitik zu verfolgen, die das Stromnetz durch gesicherte Leistung aus Atomkraft und fossilen Kraftwerken entlastet, dürfte sich das Problem auf absehbare Zeit weiter verschärfen. Denn die Bundesnetzagentur arbeitet derzeit an einer neuen Netzentgeltsystematik, die die Industrie dazu bringen soll, sich noch stärker an die Netzengpässe und damit an wetterabhängige Schwankungen des Stromangebots anzupassen. Die Idee ist, dass stromintensive Produktionsprozesse nach dem Wetter ausgerichtet werden sollen.

Diesen Plan, dessen Grundgedanke einem Rückschritt in vorindustrielle Zeiten gleichkommt, in denen sich der Mensch nach den Launen der Natur richten musste, verfolgt die dem Bundeswirtschaftsministerium unterstellte Regulierungsbehörde seit der Amtszeit von Robert Habeck. Der an seinem Unvermögen, sich gegen die knallharten Energiewende-Lobbyisten in den eigenen Reihen durchzusetzen, gescheiterte Grünen-Politiker hat damit den Ex-Grünen-Politiker Klaus Müller betraut. Ihn machte Habeck zum Präsidenten der Bundesnetzagentur.

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