Wie die Pressefotografen Merz‘ Machtverfall in Szene setzen

vor 2 Tagen

Wie die Pressefotografen Merz‘ Machtverfall in Szene setzen
Bildquelle: NiUS

Die Zeit der großen Bilder vom Staatsmann Friedrich Merz ist vorüber. Allerlei Probleme plagen den Kanzler, und man sieht es ihm an. Das entgeht auch den Fotografen nicht, die seinen Frust und seine Hilflosigkeit immer öfter festhalten. Offenbar glauben auch sie nicht mehr, dass sich der sonst so markig gebende Merz noch lange halten kann, wie die Bilder aus den großen Agenturen zeigen.

In der politischen Fotografie gibt es eine sehr einfache Regel: Wer mächtig aussieht, wird gerne leicht von unten fotografiert. Die Untersicht macht aus Menschen Autoritäten. Von unten betrachtet wird ein Politiker größer, entschlossener, bedeutender. Nur leider funktioniert das nicht, wenn der Gesichtsausdruck inzwischen eine andere Geschichte erzählt. Dann wird aus der Untersicht schnell eine Nahaufnahme des Problems.

Lange gehörte Friedrich Merz zu jenen Politikern, die ihre Körpergröße – seine wird meist mit 1,98 Meter angegeben – in Szene zu setzen wussten. Wie einst Helmut Kohl, ebenfalls im Wortsinne von überragender Statur, strahlte er Stabilität aus, Führung und Autorität. Noch vor anderthalb Jahren wirkte Merz auf den offiziellen Fotos der Agenturen entschlossen, ein Mann der Tat. Insbesondere auf den Bildern von Treffen mit Staats- und Regierungschefs machte er dann eine durchaus gute Figur.

Doch längst spiegelt sich die Mühsal des Regierens in seinem Habitus wider. So wie Merz die Kontrolle über das politische Geschehen entgleitet, so wird er immer öfter dabei erwischt, wenn die Pose verrutscht.

Merz sieht man den ernst der Lage an seinem Gesichtsausdruck ab.

Es stimmt: Im „falschen“ Moment abgelichtet, kann jeder Mensch unglücklich getroffen werden. Die Merz'schen Momente dieser Art häufen sich jedoch seit geraumer Zeit auffällig – und es scheint, als würden die Kameras inzwischen auf sie lauern. Aus den Gesichtszügen des Bundeskanzlers quillt der Missmut und lässt ihn zuweilen wie seinen eigenen Beerdigungsunternehmer aussehen. Bestatten: Merz!

Vielfältig: Nicht nur des Kanzlers Stirn runzelt sich.Dramatisch sinkende Umfragewerte, Erhebungen, denen zufolge nur noch jeder zehnte Bürger mit der Arbeit von Friedrich Merz zufrieden ist, Wahlniederlagen in Serie, das Murren in der eigenen Partei, der Aufstieg der AfD und nicht zuletzt ein bockiger Koalitionspartner, mit dem sich keine Politikwende umsetzen lässt – das alles bietet immer wieder Augenblicke, in denen man ihm die Frustration ansieht.

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