Man muss den Regierenden auf die Finger schauen, solange solches Hinschauen und Publikmachen nicht eines Tages dem EU-Schnüffelprogramm „Digital Services Act“ oder dem Tatbestand der „verfassungsschutzrelevanten Delegitimierung des Staates“ zum Opfer fällt. Vor allem muss man „unseren Staatslenkern“ (Geisterfahrerin?) auf die flinken Finger schauen, wenn es ums Geld geht. Zum Beispiel wenn eine Billionen Schulden als angebliches Sondervermögen aufgelegt wird. Aber auch im sogenannten Kleinen, wenn es in der Summe um immerhin Millionen zur Pflege der großen Politiker-Egos geht.
Nun will ausgerechnet der Finanzminister, der eigentlich Kassen-„Wart“ sein sollte, 600.000 für Fotoaufträge locker machen. Zur Erinnerung: Lars Klingbeil heißt er, und er stammt aus der: SPD! Ein Sozi also, der tagaus tagein gerne Gleichheit und Gerechtigkeit und soziale Wärme und und und predigt. Und dass sich die Deutschen wärmer anziehen müssen. Wegen oder trotz Wärmepumpen und so ….
Klingbeils Ministerium hat gerade EU-weit einen Rahmenvertrag für „Foto- und Videodienstleistungen“ für die Jahre 2026 und 2027 ausgeschrieben. Mit Verlängerungsoption um zweimal 12 Monate. Auftragswert erst einmal: Maximal 580.000 Euro netto, mit siebenprozentiger Mehrwertsteuer – nach Ministeriumsangaben – also 620.000 Euro. Die Kameraprofis sollen auch an Wochenenden und Feiertagen bundesweit und „in Ausnahmefällen weltweit“ (selbstredend in der Businessclass reisend!) eingesetzt werden können. Es wird mit 175 bis 225 Einsätzen pro Jahr gerechnet. Das heißt: pro Woche 3 bis 4,5. Das sind Traumarbeitszeiten! Außerdem sollen die Profis Multitaskingprofis sein: zuständig auch für „Make-up, Styling, Haare sowie das Pflegen, Anlegen und die Korrektur von Garderobe.“ Kosten dafür sollen ebenso wie der Einsatz möglicher Assistenten für den Aufbau oder die Beleuchtung einer Location extra (!) abgerechnet werden. Auf BILD-Anfrage ließ Klingbeil übrigens mitteilen: Die Beauftragung von Fotografen sei „in allen Bundesministerien üblich und dient der Erfüllung des Informationsauftrags der Bundesregierung“. Danke, sagt der deutsche Michel. Hauptsache die Fassade stimmt. Auch wenn sie längst bröckelt.
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