Ein Nachmittag der Absurditäten: NIUS undercover beim Würmer-Parlament

vor etwa 2 Monaten

Ein Nachmittag der Absurditäten: NIUS undercover beim Würmer-Parlament
Bildquelle: NiUS

„Die Organismendemokratie beteiligt von Bäumen und anderen Pflanzen über Wirbeltiere, wirbellose Tiere und Pilze bis zu Bakterien und Viren alle Arten von Lebewesen, die einen gemeinsamen Lebensraum besiedeln“, heißt es auf der Website des Vereins. Die Initiative ist seit 2019 auch in Berlin aktiv und hat dort bereits ein „Staatsgebiet“ in Berlin-Wedding ausgerufen. Dort treffen sich die Mitglieder alljährlich, um ein fiktives „Parlament der Lebewesen“ zu simulieren, in dem unterschiedliche Fraktionen vertreten sind, wie etwa „Weichtiere und Würmer“, „Gliederfüßer“, „Pilze, Moose, Flechten“ und „Bakterien, Einzeller, Viren“.

Es ist ein warmer Samstagnachmittag, 16 Uhr. Osloer Straße 107/108. Zwischen Parkgaragen und Wohnhäusern liegt ein umzäuntes Stück Grünanlage, dschungelartig dicht, fast undurchdringlich. Die Art von Gelände, in dem man instinktiv den Rucksack fester hält und sich immer wieder umdreht. Aber heute sind es keine Dealer oder Fixer, die sich hier zwischen den Schlingpflanzen tummeln. Heute tagt das Würmer-Parlament. NIUS ist undercover dabei.

Rund 25 Parlamentarier und Zaungäste haben sich auf Hockern, im Gras, zwischen Büschen, Bäumen und Schlingpflanzen eingefunden. Alle tragen einen Sticker auf der Brust: Zaunrübe, Spaltenkreuzspinne, nördliche Hausmücke, Berberitzenmehltau oder Körmerfadenwurm. Auch das Westnil-Virus hat eine Stimme. Ein Who is Who der Tier- und Pflanzenwelt, vertreten von Menschen, die aussehen, als hätten sie heute Morgen noch ganz entspannt Dinkelbrötchen gekauft, Chia-Joghurt gelöffelt und dazu einen Melissen-Tee getrunken. Jetzt retten sie die Welt. Oder vertreten sie zumindest.

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