Jedes Jahr, seit 35 Jahren, organisiert Ungarns Fidesz-Partei eine „Sommeruniversität“ im siebenbürgischen Ort Baile Tusnad (ungarisch: Tusnádfürdő). Jedes Jahr hält Orbán dort eine große Rede, die bislang immer weltweit beachtet und analysiert wurde. Immer gab er darin die strategische Richtung für das kommende Jahr vor. So lange er Regierungschef war, war seine Botschaft nicht nur für Ungarn relevant: In aller Welt hatten seine Worte Einfluss auf den internationalen öffentlichen Diskurs.
Diesmal war es ein wenig anders. „Es ist nicht leicht, und lohnt sich vielleicht auch gar nicht, die Rede zu analysieren“, sagte etwa der ungarische Politologe Gábor Török, denn Orbán habe „nichts Neues” gesagt. Zu einer Erneuerung seiner im April desaströs an den Urnen gescheiterten Fidesz-Partei habe er weder inhaltlich noch personell etwas gesagt.
Der Ton war harsch, genauso harsch wie der des neuen Ministerpräsidenten Péter Magyar, der im Parlament eine „Operation Fegefeuer“ gegen die Fidesz-Politiker und deren Weggefährten in Wirtschaft und Politik angekündigt hatte. Das dürfte in vielen Fällen auch Gefängnis bedeuten für die einstige Fidesz-Elite. Orbán sagte, davor dürfe man keine Angst haben, denn „je mehr man sie verfolgt“, desto stärker werde der Widerstand.
SÜDEUROPA IN FLAMMEN! Über 250.000 Menschen evakuiert – nationaler Notstand in Spanien! WELT STREAM










