Mehrere Gasspeicher in Bayern, die für die Versorgungssicherheit in Süddeutschland besonders relevant sind, stehen vor dem Aus. Seit dem Ende des letzten Winters wurden sie kaum wieder mit Erdgas aufgefüllt. Geht es nach den Betreibern, sollen zwei von ihnen, Wolfersberg und Breitbrunn, am 31. März beziehungsweise 1. April 2027 ganz stillgelegt werden. Doch entgegen öffentlichen Ankündigungen unternimmt die Bayerische Staatsregierung kaum etwas, um die beiden Speicher zu erhalten.
Auf eine Schriftliche Anfrage der AfD-Landtagsabgeordneten Florian Köhler, Oskar Lipp und Johannes Meier verweist das von Hubert Aiwanger geführte bayerische Wirtschaftsministerium auf die Zuständigkeit der Bundesnetzagentur. Die Antwort, die auch Hinweise auf den Stand des Stilllegungsverfahrens gibt, liegt Apollo News exklusiv vor. Der Freistaat „habe keine rechtlichen Handlungsmöglichkeiten, die Stilllegung von Erdgasspeichern abschließend zu verhindern“, heißt es darin.
Mögliche Stilllegungen bewerte die Staatsregierung allerdings „grundsätzlich kritisch“. Es könne nicht sein, „dass Betreiber Anlagen wegen mangelnder Rentabilität schließen und damit die Versorgungssicherheit gefährdet wird“, tönte Aiwanger im März dieses Jahres. Ohne Breitbrunn gebe es „keine sichere Energieversorgung“, verkündete er bei einem Besuch des Speichers am 7. Mai. Daher müsse der Bund Rahmenbedingungen schaffen, die einen wirtschaftlich rentablen Betrieb des drittgrößten Gasspeichers in Deutschland ermöglichten.
Wie konkret in Breitbrunn schon auf eine Stilllegung hingearbeitet wird, zeigt sich an den Anträgen des Betreibers zur Entnahme von Kissengas. Das Kissengas ist aus technischen Gründen notwendig, um einen Mindestdruck in den Speicherporen sicherzustellen. Dadurch wird auch verhindert, dass Grundwasser in die Anlage eindringt. Das Kissengas macht erhebliche Mengen aus, die nicht zu den regulären Füllständen gezählt werden.
In Breitbrunn ist die Menge an Kissengas mit 996 Millionen Kubikmetern sogar etwas höher als die offizielle maximale Füllmenge an verwertbarem Arbeitsgas von 992 Millionen Kubikmetern. In Wolfersberg ist das Verhältnis anders: Hier stehen 220 Millionen Kubikmeter Kissengas bis zu 365 Millionen Kubikmetern Arbeitsgas gegenüber. Tatsächlich eingelagert sind derzeit allerdings nur 85 beziehungsweise 13 Millionen Kubikmeter Arbeitsgas.
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