Am Donnerstagnachmittag berichtete der stellvertretende Welt-Chefredakteur Robin Alexander, dass Bundeskanzler Friedrich Merz die „nationale Notlage“ bei der Migration ausruft. Zwecks dessen würden im Moment die Botschafter der Nachbarländer informiert, hieß es. Alexander gilt als gut informiert, Merz hatte den Schritt im Wahlkampf angekündigt. So weit, so gut, so erwartbar.
Doch etwas ist faul an der Sache. Das merkt man schon, als einzelne Unionspolitiker schnell ihre Jubel-Posts auf X plötzlich löschen und neu anpassen. Alexander Hoffmann, CSU-Landesgruppenchef, schrieb zunächst: „Wir halten unsere Versprechen aus dem Wahlkampf und machen Ernst mit der Migrationswende. Wir entscheiden, wer in unser Land kommt und beenden illegale Einwanderung!“ Der Post war versehen mit dem Hashtag „Notlage“. Und Daniela Ludwig, Staatssekretärin im Innenministerium, lässt sich ähnlich ein.
Beide Posts verschwinden – Ludwig löscht ihren ganz, Hoffmann teilt seinen Beitrag später erneut ohne den Hashtag „Notlage“. Alles klingt danach, als wären die beiden zurückgepfiffen worden. Aus Unionskreisen hörte man zu dieser Stunde bereits: Da stimmt etwas nicht.
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