Der Berliner Volt-Kandidat Ludwig von Jagow hat sich für ein Ende der Brandmauer zur AfD ausgesprochen und damit seine eigene Partei gegen sich aufgebracht. Der 58-jährige Rechtsanwalt kandidiert bei der Abgeordnetenhauswahl im Wahlkreis 7 in Steglitz-Zehlendorf und steht zudem auf Platz vier der Volt-Liste für die Bezirksverordnetenversammlung. Immer mehr Politiker stellen die Brandmauer infrage, mit der die AfD bislang von politischen Mehrheiten ferngehalten werden soll.
In einem Gastbeitrag für das Magazin Cicero schrieb von Jagow, die Brandmauer „stärkt die AfD statt sie zu schwächen“. Er ist überzeugt, dass ihr Fall den „Zauber“ der AfD eindämmen und die Partei sogar fünf Prozentpunkte kosten würde. Auch gegenüber der Jungen Freiheit verteidigte der Volt-Politiker seine Position. Bereits der Titel des Interviews machte seine Haltung deutlich: „Natürlich gibt es AfD-Positionen, die man übernehmen kann.“
Von Jagow selbst will eine Zusammenarbeit dagegen „niemals ausschließen“. Das hänge vom Thema, den handelnden Personen und der politischen Ebene ab. Im Bundestag sehe er eine solche Zusammenarbeit nicht, auf kommunaler Ebene hingegen schon. „Man sollte nicht dieses Spiel spielen, weil es von der AfD kommt, stimmen wir nicht zu“, sagte er. „Das halte ich für kontraproduktiv.“
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