Am Dienstag stellten die Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) und die Innenministerin Nancy Faeser (SPD) gemeinsam mit dem Vizepräsidenten des Bundeskriminalamtes, Michael Kretschmer, das erste „Bundeslagebild geschlechterspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten“ vor.
Die Zahlen verdeutlichen: Die Gewalt gegen Frauen nimmt zu. 181.000 wurden im Jahr 2023 Opfer von häuslicher Gewalt. Das sind sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Ebenso verhält es sich mit den Sexualstraftaten: mit 52.000 Fällen erhöhte sich die Zahl ebenfalls um sechs Prozent. Frauenmorde nahmen von 2022 zu 2023 um ein Prozent zu, Menschenhandel um knappe sieben Prozent.
Kommende Woche will Familienministerin Paus einen Entwurf zum sogenannten Gewalthilfegesetz ins Kabinett einbringen. Dieses Gesetz soll Frauen besseren Zugang zu Beratungen und zum Schutz vor häuslicher Gewalt ermöglichen. Bis 2030 sind die Bundesländer aufgefordert, ihr Angebot an Frauenhäusern auszubauen. Es soll außerdem Geld vom Bund fließen, um die Schutzmaßnahmen mitzufinanzieren. Aktuell müssen viele Frauen, sofern sie keine Sozialleistungen beziehen, den Platz im Frauenhaus selbst zahlen. Die familienpolitische Sprecherin der Union, Silvia Breher hält das Verabschieden des Gesetzes noch in diesem Jahr jedoch für unwahrscheinlich. Bis jetzt sei kein vollständiger Entwurf vorhanden.
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