Alarm auf den spanischen Balearen-Inseln: In den vergangenen Tagen erreichten etwa 19 Boote mit etwa 360 Menschen die Inselgruppe – ein deutlicher Anstieg, der die regionalen Behörden auf den Plan rief. Die balearische Regierungschefin Marga Prohens wandte sich mit einem Hilferuf an die spanische Zentralregierung in Madrid und forderte verstärkte Grenzkontrollen.
Hinter der Entwicklung verbirgt sich nach Angaben von Experten ein sich wandelndes Schleusernetzwerk: Die sogenannte westliche Mittelmeerroute von Algerien nach Spanien, vor allem nach Mallorca, gilt mittlerweile als eine der am schnellsten wachsenden Migrationsrouten in die Europäische Union. Daten der EU-Grenzschutzagentur zeigen, dass allein zwischen Januar und Oktober die Zahl der Ankünfte auf dieser Route im Vergleich zum Vorjahr um rund 27 Prozent gestiegen ist – obwohl die Gesamtzahl der Asylsuchenden in der EU zurückging.
Die Zahlen belegen den Trend: Auf den Balearen stiegen die Ankünfte bis Oktober um etwa 66 Prozent auf rund 6.280 Menschen, während die Gesamtzahl der Asylanträge in Spanien in derselben Periode um etwa 36 Prozent sank – unter anderem wegen eines starken Rückgangs der Route über die Atlantikküste zu den Kanaren.
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