Ein Beitrag des ARD-Polit-Magazins „Monitor“ über die AfD und „radikale Christen“ kommt wie eine Parodie auf den investigativen Journalismus daher. Aufgedeckt wird nichts, nur geraunt. Wo eine Gefahr für die Demokratie drohen soll, bleibt das Geheimnis der Staatsfunker. NIUS hat den Beitrag gesehen, damit Sie es nicht tun müssen.
Während Gotteskrieger in Syrien Minderheiten abschlachten, im Gazastreifen Geiseln ihr eigenes Grab schaufeln lassen und in Deutschland Menschen abstechen, verbindet man beim WDR den Begriff eher im Zusammenhang mit radikalen Christen. So hieß der „Monitor“-Beitrag zunächst „Gotteskrieger: AfD und radikale Christen“, jetzt läuft er unter dem Titel „Der Fall Brosius-Gersdorf: Sieg der Glaubenskrieger?“
Fromme Christen sind den Glaubensjournalisten im Ersten schon immer ein Dorn im Auge, zuletzt gab es Ärger um einen Beitrag der „Tagesschau“ über evangelikale Missionsarbeit im Profifußball. Sportler liefern ein religiöses Bekenntnis, ohne den ISIS-Finger zu zeigen? Schlimm.
Aufhänger für zur Gefahr aufgebauschte Verbindungen von Christen und der verteufelten AfD ist der Fall Brosius-Gersdorf nach einer „Kampagne“, so Moderator Georg Restle, „die von rechten Krawallmedien im Netz ordentlich befeuert wurde“. Unnötig zu sagen, dass für die Restle-Rampe NIUS dazugehört. Den „neuen Glaubenskriegern“, so Restle, gehe es um nicht weniger als um „einen Kreuzzug gegen die liberale Demokratie“.
Man ist gespannt, wie das linke Krawallmedium „Monitor“ das belegen will, immerhin ist der Beitrag in der ungekürzten Fassung 16 Minuten und 54 Sekunden lang. In der Machart orientiert er sich an der desaströs gescheiterten Correctiv-Geschichte vom „Geheimplan gegen Deutschland“. Dumpfe Hintergrundmusik, Leute in Zeitlupe, eingeblendete Dokumente, in denen etwas angemarkert wird. Unter Verwendung der Bildsprache kriminalistischer Ermittlungen zeigen Diagramme irgendwelche obskuren Verbindungen, ein Netz aus Logos verschiedener Pro-Life-Organisationen und christlicher Medien.
Verbindungen zwischen legitimen Interessenvertretungen werden von „Monitor“ skandalisiert.
Keines davon ist in irgendeiner Form kriminell, schon gar nicht ist irgendwann in den knapp 17 Minuten von Gewalt die Rede, die man von Gotteskriegern doch eigentlich erwarten kann. Worin genau soll dann die Gefahr für die Demokratie bestehen? Spoiler: Das wird in dem ganzen Bericht nicht einmal ansatzweise deutlich. Wir haben es mit einem Fall von gebührenfinanzierter Propaganda zu tun, die nicht einmal gut gemacht ist, wie wir noch sehen werden.
In einem Stück wie diesem muss ein Schurke auftauchen, in diesem Fall eine Schurkin: die AfD-Bundestagsabgeordnete Beatrix von Storch, auch bekannt aus Funk und Fernsehen. Irgendetwas wirklich Radikales hat man aus ihrem Mund noch nie vernehmen können, es sei denn, man hält ihre Aussage „Ich war immer gläubige Christin“ für einen Beweis von extremistischer Einstellung, was bei der „Monitor“-Redaktion ja nicht auszuschließen ist.
„Monitor“ arbeitet sich verzweifelt an Beatrix von Storch ab.
Beatrix von Storch betreibt zusammen mit ihrem Mann Sven die „Initiative Familien-Schutz“, inspiriert von einem, ja doch, traditionellen Familienbild, klar definierten Geschlechterrollen (daher Ablehnung des „Selbstbestimmungsgesetzes“) und Widerstand gegen die Frühsexualisierung von Kindern. Das waren mal selbstverständliche Positionen innerhalb der Unionsparteien, heute ist ein erheblicher Teil des christlich-konservativen Milieus politisch heimatlos – oder fühlt sich eher von der AfD vertreten.
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