Am 17. Mai sahen es alle. Als Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder an diesem Sonntagabend bei „Caren Miosga“ (ARD) zu Gast war, zeigte sich ein ganz neuer Söder: glattrasiert, blauer Anzug, rote Krawatte, ernsthafte Ansprache, weniger Witzchen. Die täglichen Mahlzeiten auf Instagram („Söder isst“) hatte er Ende April schon für nicht mehr zeitgemäß erklärt. Söder seriös, ganz Staatsmann, politische Bundesliga.
„Kriegt die Regierung die Kurve, Herr Söder?“, lautete der Titel der Sendung, und es schien kein Zufall zu sein, dass der CSU-Chef zur Zukunft der Bundesregierung befragt wurde, obwohl seine Partei die kleinste der Koalition ist und lediglich drei Bundesminister zum Kabinett von Kanzler Friedrich Merz (CDU) beisteuert. Der Hintergrund der Söder-Metamorphose: Nach der desaströsen Koalitionsklausur in der Villa Borsig Mitte April war Söder zu diesem Zeitpunkt fest davon überzeugt, dass sich Merz allenfalls noch Wochen im Amt würde halten können, sagen Vertraute, die in dieser Zeit mit Söder in Kontakt waren.
Zu Gast bei Miosga: Söder seriös, ganz Staatsmann.
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