Von außen klingt es wie der große staatsmännische Aufschlag: Manfred Weber, EVP-Fraktionschef in Brüssel, CSU-Spitzenmann mit Weltblick, gibt der SZ ein Interview über Migration, AfD, Europa, Söder, Brandmauern.
Wer das Interview liest, soll das Gefühl bekommen, dass hier einer spricht, der das große Ganze im Blick hat.
Die genaue Lektüre des Textes zeigt das Gegenteil: zu erkennen ist ein Politiker, der sich im rhetorischen Selbstwiderspruch verstrickt. Ein Parteistratege, der mit einer Hand die Brandmauer halten will – und mit der anderen längst den Mörtel abträgt. Es ist das Interview eines Funktionärs, der noch immer glaubt, man könne mit einschläfernder sprachlicher Akrobatik die politische Realität überlisten.
Weber spricht offen über Migration – und tut dabei so, als sei das Thema allein ein Erklärungsproblem. Zitat: „Illegale Migration bekämpfen, aber gleichzeitig die Notwendigkeit der Zuwanderung – das sollten wir in jedem Bierzelt sagen.“ Klingt bodenständig. Ist aber in Wahrheit schöngefärbt und überflüssig. Denn die meisten Menschen haben kein Problem mit legaler Migration und Ausländern, die hier friedlich leben und arbeiten.
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