In Berlin ist das extremistische Personenpotenzial im Jahr 2025 in sämtlichen Phänomenbereichen gestiegen. Besonders bemerkenswert sei dabei, dass sämtliche extremistischen Szenen verstärkt versuchen, junge Menschen über soziale Netzwerke zu erreichen und für ihre Ideologien zu gewinnen. „Die Propaganda hat sich an den Alltag und insbesondere den Medienkonsum Jugendlicher angepasst“, heißt es in dem Bericht. Innensenatorin Iris Spranger bezeichnete diese Entwicklung als „besonders besorgniserregend“.
Auch der Linksextremismus wächst in Berlin weiter und kommt nun auf 3.950 Personen nach 3.800 im Vorjahr. Die linksextremistische Szene ist damit stärker als jede andere extremistische Szene. Besonders problematisch ist nach Einschätzung des Verfassungsschutzes, dass erstmals seit mehreren Jahren auch der gewaltorientierte autonome und postautonome Bereich wieder angewachsen ist. Aus dem linksextremistischen Milieu heraus wurde 2025 zudem Gewalt gegen staatliche Einrichtungen, Unternehmen und kritische Infrastruktur verübt.
Der schwerwiegendste Fall war der Brandanschlag vom 9. September 2025 in Johannisthal, der zu einem mehrtägigen Stromausfall für Zehntausende Berliner führte. Der Bericht führt aus, dass die dahinterstehende Ideologie des „Öko-Anarchismus“ die Radikalisierung des gewaltorientierten Teils der Szene spürbar verstärkt habe. Der Verfassungsschutz sieht zudem, dass Jugendliche zunehmend über Themen wie den Nahost-Konflikt, Krieg, Wehrdienst und technologische Abhängigkeiten angesprochen werden.
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