In Potsdam traf sich die Partei, die sich die Linke nennt, in Wahrheit aber rechtsidentisch mit der SED ist, was sie dadurch sprachlich deutlich machte, dass sie ihren Parteitag im SED-Deutsch oder KPdSU-Übersetzung „1. Tagung des 10. Parteitages“ nannte. Darauf ein Hoch auf den Genossen Stalin.
Als Parteivorsitzende wurden Ines Schwerdtner und Luigi Pantisano gewählt – und zurecht, denn beide spiegeln den undemokratischen Geist der Partei perfekt wider. Der neue Parteivorsitzende Luigi Pantisano sorgte auch gleich für Klarheit, dass wieder das Stalinsche Freund-Feind-Schema Geltung zu genießen habe. Wurden zum Ende der Weimarer Republik auf Stalins Geheiß die Sozialdemokraten als Sozialfaschisten diffamiert, als die politischen Zwillingsbrüder der Faschisten, so stellte Luigi Pantisano im Geiste Stalins dann klar: „Letztlich gibt es gerade gar keinen Unterschied zwischen der CDU, die faschistische Politik macht, der AfD oder den Faschisten selbst.“ Wer sind jetzt „eigentlich die Faschisten“ selbst? Die Linken?
Den armen Linken in Sachsen-Anhalt gehört jedes erdenkliche Mitleid, denn sie müssen mit Sven Schulze mit einem Mann zusammenarbeiten und ihn vielleicht auch noch zum Ministerpräsidenten wählen, der eine „faschistische Politik macht“, da er ja von der CDU ist. Pantisanos Diktum verhagelt natürlich den Spitzenkandidaten der Linken in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern die Stimmung, denn zumindest in Sachsen-Anhalt passt zwischen CDU und Linke kein Unvereinbarkeitsbeschluss mehr. Und eine gute Blockfreundschaft hält doch so einen kleinen Spott aus, zumal die CDU jede Beschimpfung schluckt, wenn sie von den Leuten innerhalb der Brandmauer kommt.
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