Wir schreiben das Jahr 2011. Alles beginnt mit einem selbstgeschnittenen Video zu ihrem Song „Video Games“. Palmen im Gegenlicht, eine wehende amerikanische Flagge, das Chateau Marmont im Hintergrund. Zwischenschnitte von Motorrollern und Sommertagen. Und dann eine junge Frau, die in die Kamera schaut, als würde sie sich selbst betrachten.
So haben wir Lana Del Rey kennengelernt. Eine Frau, die aussah, als käme sie aus einem anderen Jahrzehnt, mit einer Ästhetik, die zugleich nostalgisch und neu wirkte.
Geboren 1985 als Elizabeth Woolridge Grant in New York City, wächst sie als ältestes von drei Kindern im Bundesstaat New York auf. Die Eltern arbeiten in der Werbebranche. Ihre Jugend verbringt sie auf einem Internat und kämpft dort als Teenager bereits mit Alkoholismus. Nach eigenen Angaben ist sie mit 18 Jahren bereits wieder trocken. Sucht und Kontrollverlust sind Themen, die sich später durch ihre gesamte musikalische Karriere wie ein roter Faden ziehen.
Die junge „Lizzy“ bricht die Schule ab und zieht zu Verwandten nach Long Island. Dort versucht sie als Kellnerin über die Runden zu kommen. Nebenbei beginnt sie, Songs zu schreiben. Ihr Onkel bringt ihr einige Akkorde auf der Gitarre bei.
2006 nimmt sie an einem Songwriting-Wettbewerb teil. Sie gewinnt nicht. Doch ein Juror erkennt ihr Potenzial und hilft ihr bei einem Demo. Es folgt ein Indie-Deal mit 10.000 Dollar Vorschuss. 2010 erscheint ihr erstes Album. Es bleibt nahezu unbemerkt. Noch ist sie nicht Lana Del Rey. Noch ist sie Lizzy Grant.
Porträt der jungen Lana Del Rey aus dem Jahr 2012 – zwischen Vintage-Glamour und melancholischer Aura.
2010 wird das Jahr der Neuerfindung: Aus Elizabeth Grant wird Lana Del Rey – inspiriert von der Schauspielerin Lana Turner und dem Ford Del Rey. „Ich wollte einen Namen, nach dem ich die Musik formen konnte“, sagt sie später. „Lana Del Rey erinnerte mich an den Glamour einer Küstenstadt.“ Und plötzlich fügt sich alles: Look, Stimme, Sound, Image. Das Gesamtpaket wirkt nicht besonders zufällig, eher wie durchkomponiert. Und genau das provoziert den damaligen popkulturellen Zeitgeist, der „Authentizität“ von Künstlern verlangt. Lana Del Rey aber erscheint wie eine Figur, die sich selbst entworfen hat. Mit dem selbstproduzierten Video zu „Video Games“ kippt 2011 alles. Innerhalb weniger Wochen wird sie zum viralen Phänomen. Noch bevor im Januar 2012 ihr Debütalbum Born to Die erscheint, hat das Video auf YouTube bereits mehr als 20 Millionen Klicks verzeichnet.
Lana Del Rey bei einem Konzert im Roten Salon der Volksbühne in Berlin
DRAMA IN REGENSBURG: Geiseldrama beendet! SEK nimmt Verdächtigen fest - Ein Toter | STREAM










