Nur wenige Tage dauert es noch, bis in Schweden ein neues Parlament gewählt wird – vier Jahre ist es seit der letzten Wahl her. Und obwohl man der Regierung von Ulf Kristersson viel ankreiden kann, schlägt sich das Bündnis aus konservativen und liberalen Kräften im europäischen Vergleich außerordentlich gut und kann einiges vorweisen. Dennoch steht das sogenannte Tidö-Bündnis (die Regierungsparteien) mit Unterstützung der rechten Schwedendemokraten am 13. September am Rande der Abwahl. Die Parteien kämpfen für eine Fortführung ihrer Politik, damit die Bilanz der vergangenen Jahre nicht von den Linken zunichtegemacht wird.
Als die Menschen 2022 an die Wahlurnen gebeten wurden, war das Land ein anderes: Schweden litt damals unter einer weitgehend unkontrollierten Migration, das Land befand sich wegen des russischen Angriffskrieges in einer außenpolitischen Zwickmühle und die Bandenkriminalität dominierte die Schlagzeilen der Presse. Entsprechend votierten die Schweden damals an den Wahlurnen. Es kam zur Bildung einer Mitte-rechts-Regierung, erstmals mit Unterstützung der rechten Schwedendemokraten. Zuvor hatte es gegen die Partei, ähnlich wie in Deutschland gegen die AfD, eine Brandmauer gegeben.
Generell hat sich an der Stärke der größten schwedischen Parteien in den vergangenen Jahren erstaunlich wenig verändert. Kurz vor der Wahl pendeln sich Sozialdemokraten, Schwedendemokraten und Moderate wieder bei ihren üblichen Werten ein – ähnlich wie bereits vor der vergangenen Wahl. Die eigentliche Entscheidung fällt daher bei den kleineren Parteien, die zu Königsmachern aufsteigen können.
Liberale und Zentrumspartei können mit ihren wenigen Prozentpunkten am Ende den Ausschlag geben und fungieren damit gewissermaßen als solche in einem eng umkämpften politischen Wettbewerb. Das liegt auch daran, dass das schwedische Parteienspektrum ausgesprochen vielfältig ist und sich die Mehrheiten nicht allein zwischen den drei großen Parteien entscheiden.
Acht Parteien sind momentan im schwedischen Riksdag vertreten, und der letzten Umfrage zufolge wird es voraussichtlich auch so bleiben. In einer der letzten Erhebungen vor der Wahl, die das Meinungsforschungsinstitut Novus im Auftrag von TV4 und Göteborgs Posten durchgeführt hat, schaffen alle Parteien den Sprung über die Vierprozenthürde und damit den Einzug ins Parlament.
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