Beim Festakt zum 40-jährigen Bestehen des Bundesumweltministeriums hat die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel einen stärkeren Fokus auf das Thema Klimaschutz angemahnt. „Trotz aller anderen politischen Herausforderungen bleibt der Klimawandel eine Überlebensfrage der Menschheit. Manchmal scheint mir das in diesen Tagen ein wenig in den Hintergrund zu treten“, sagte Merkel bei dem Festakt am Dienstag in Berlin.
Auch den von ihrer Regierung 2011 beschlossenen Atomausstieg sprach Merkel nochmals an und verteidigte die kontroverse Entscheidung ausdrücklich. „Ich bin bis heute der Meinung, dass wir unsere Klimaziele auch ohne die Kernenergie erreichen können“, so die Ex-Kanzlerin. „Beim Kampf gegen die Erderwärmung“, so Merkel, habe sie in sich die „Außenpolitikerin entdeckt“.
In der gegenwärtigen Klimapolitik vermisse sie jedoch den Tatendrang: „Es bleibt die Frage, ob es in meiner Macht gelegen hätte, beim Klimaschutz mehr Vorsorge zu treffen“, so Merkel, auch selbstkritisch auf ihre Regierungsära bezogen. „Immer wieder handelten wir nach dem Prinzip Hoffnung und nicht nach dem Vorsorgeprinzip“, so die CDU-Politikerin weiter. Es sei die entscheidende Frage, ob die Menschen überhaupt in der Lage seien, Expertenwarnungen ernst zu nehmen, oder ob es erst Naturkatastrophen brauche, um sie zum Handeln zu bewegen.
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