Von Kanzlerschutz zu Kanzlerlast: Der Fall Weimer hat sich nach oben gefressen

vor 8 Monaten

Von Kanzlerschutz zu Kanzlerlast: Der Fall Weimer hat sich nach oben gefressen
Bildquelle: Tichys Einblick

Nach der initialen Recherche von Alexander Wallasch liegt ein Fall nunmehr seit bald zwei Monaten auf dem Tisch: Eine aufgepumpte Mediengruppe, die sich über Jahre fremde Texte aneignet und ohne Zustimmung veröffentlicht; ein Portal, das Persönlichkeiten von Papst Franziskus bis Alice Weidel als vermeintliche Autoren führt; ein Verlag, der nach in einer Nacht-und-Nebel-Aktion sein Archiv säubert und Unterlassungserklärungen abgibt. Alle Produkte dieser Mediengruppe auf maximale Wirkung aufgeblasen, bei näherer Hinsicht ein Potemkinsches Mediendorf, dessen Kulissen beim kürzesten kritischen Blick in sich zusammenfallen.

Dazu ein Netzwerk von privaten Gipfelformaten, die mit staatlichen Mitteln aus Bayern und Hessen gefüttert werden und gleichzeitig hochpreisige Pakete für fünfstellige Summen mit „Einfluss auf die politischen Entscheidungsträger“ anbieten.

Hinzu kommen angebliche Kooperationen mit Häusern wie FAZ, The Economist oder CNBC, die es bei genauerem Hinsehen nicht so gibt, wie die Weimer Media Group es hat aussehen lassen; Logos, die stillschweigend von Webseiten verschwinden. Dazu ein Kanzler, der trotz alldem  erklärt, alle Vorwürfe hätten sich „als falsch erwiesen“. Während Merz seinen ins Amt des Kulturstaatsministers gehobenen Amigo Weimer freispricht und von einer „haltlosen“ Kampagne spricht, verdichtet sich die Faktenlage immer härter in eine andere Richtung: in die Katastrophe juristisch, wirtschaftlich, politisch wie privat. Und es gibt einen neuen Vorwurf, der schwerer wiegt, als es dem Kanzler lieb sein kann.

Diesen weiteren Baustein liefert Ansgar Neuhof bei der Achse des Guten. Am 20. November stellte er unter der Überschrift „Wolfram Weimer – jetzt auch noch Bilanzfälschung?“ die Frage, ob die im Unternehmensregister eingestellten Zahlen der Weimer Media Group belastbar sind. Fünf Tage später, am 25.11.2025, veröffentlicht die Weimer Media Group GmbH dann einen „berichtigten Jahresabschluss zum 31.12.2022“ und korrigiert die vorherigen Bilanzwerte für Gewinn, Eigenkapital und Forderungsbestand nach unten.

Publisher Logo

Dieser Artikel ist von Tichys Einblick

Klicke den folgenden Button, um den Artikel auf der Website von Tichys Einblick zu lesen.

Weitere Artikel