In Mecklenburg-Vorpommern droht die CDU den Einzug in den Landtag zu verpassen, bei Erstwählern hätte sie ihn in Sachsen-Anhalt schon verpasst. Wenn Friedrich Merz im Bundestag nach der Wahlniederlage unendlich hohl und auserzählt klingt und nichts zu sagen weiß, außer dass 44 Prozent ja noch keine absolute Mehrheit wären, dann liegt das vielleicht gar nicht nur an seiner psychischen Konstitution – sondern auch daran, dass einfach absolut alles gesagt ist. Die Erklärungen dieser Regierung haben es in gerade einmal anderthalb Jahren geschafft, derart schal zu werden wie Merkels nach 16 Jahren.
Diese Niederlage in Sachsen-Anhalt jetzt hat etwas Definitives. Der Kanzler steht allein auf der Bühne, die Scheinwerfer schalten ab, der politische schwarze Fleck wurde überreicht – jeder im Raum hat es begriffen. Im politischen Berlin geht es längst nicht mehr um die Frage, wie Friedrich Merz wieder zurück auf Kurs kommen könnte, sondern nur noch um die Abwicklung. Der Kanzlertausch ist kein Tabuthema mehr, eher geht es um die Frage: Wer sagt es ihm?
Manchmal hat man das Gefühl, diejenigen, die schon die Messer wetzen und jetzt erste Schritte zur Demontage der Koalition gehen, hoffen darauf, dass sich das Problem von selbst erledigen könnte – bspw. durch eine Katastrophe bei den Wahlen in einer Woche. Machtverfall zeichnet sich vielleicht lange ab, stürzen kann ein Bundeskanzler aber nur über Nacht. Die Loyalität ist so lange uneingeschränkt, bis sie es eben plötzlich gar nicht mehr ist. Die Brandmauer steht fest, bis sie endgültig fällt, ganz oder gar nicht.
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