Italien diskutiert über zwei Fälle, die zeigen, wie weit sich der Rechtsstaat inzwischen von der Lebenswirklichkeit seiner Bürger entfernt hat. Der 72 Jahre alte Juwelier Mario Roggero wird in seinem Geschäft überfallen, bedroht und ausgeraubt. Er schießt auf die fliehenden Täter und soll dafür fast 15 Jahre ins Gefängnis. In Bologna stirbt der 42 Jahre alte Marokkaner Abderrahim Fakir während eines Polizeieinsatzes. Noch bevor Gutachten und Aufnahmen ausgewertet sind, setzt die Linke den Fall mit George Floyd gleich. Der überfallene Bürger wird mit der vollen Härte des Staates abgeurteilt. Polizisten werden öffentlich zu Verdächtigen erklärt, bevor überhaupt feststeht, was geschehen ist.
Mario Roggero wurde 2021 in seinem Juweliergeschäft im Piemont überfallen. Die Räuber bedrohten ihn und seine Familie, nahmen Schmuck an sich und flohen. Roggero griff zu seinem Gewehr, verfolgte die Täter und erschoss zwei von ihnen. Er erklärte später, er habe die Männer stoppen und niemanden töten wollen. Der Berufungsgerichtshof bestätigte dennoch eine Haftstrafe von 14 Jahren und neun Monaten. Für einen 72 Jahre alten Mann ist das faktisch eine Strafe bis zum Lebensende.
Die Begründung der Richter ist juristisch sauber sortiert. Als Roggero schoss, hätten sich die Räuber bereits außerhalb des Geschäfts befunden. Die unmittelbare Gefahr für ihn und seine Familie sei beendet gewesen. Eigentum dürfe nicht mit tödlicher Gewalt verteidigt werden. So zerlegt ein Gericht den Überfall Jahre später in ordentlich voneinander getrennte Sekunden. Im Laden war Roggero noch Opfer. Vor der Tür wurde er zum Verbrecher. Dass ein Mensch nach einer Todesdrohung nicht augenblicklich in den Normalzustand zurückkehrt, spielt für diese Betrachtung offenbar kaum eine Rolle.
DRAMA IN REGENSBURG: Geiseldrama beendet! SEK nimmt Verdächtigen fest - Ein Toter | STREAM










