Die Staatsanwaltschaft von Nanterre bestätigte den Fund der Leiche und leitete eine Untersuchung zur Klärung der Todesursache ein. Eine Obduktion wurde angeordnet. Siad wurde 68 Jahre alt. Nach Angaben der französischen Zeitung Le Parisien fand seine 28-jährige Mitbewohnerin den Toten in der Küche. Sie berichtete, sie sei in ihrem Zimmer gewesen und habe telefoniert, nichts gehört und ihn später entdeckt. Die Anwältin des Verstorbenen, Ménya Arab-Tigrine, geht von einem möglichen Herzinfarkt aus und führt den Tod unter anderem auf den enormen medialen und rechtlichen Druck der vergangenen Monate zurück. Offizielle Ergebnisse der Obduktion stehen noch aus.
Siads Name taucht in den freigegebenen Epstein-Akten des US-Justizministeriums mehr als 2000 Mal auf. Die Dokumente zeigen ihn als langjährigen Kontakt und mutmaßlichen Recruiting-Partner Epsteins. In E-Mails aus den Jahren nach Epsteins erster Verurteilung im Jahr 2008 bot er dem bekannten US-Finanzier, der auch einen österreichischen Pass hatte, sehr junge Models an, darunter Mädchen aus Skandinavien, Osteuropa und anderen Regionen. In einer Nachricht verglich er seine Tätigkeit mit der eines Fischers: „In this busyness I feel like a fisherman sometimes I catch quick, sometimes no fish.“ Er kündigte Listen mit Mädchen im Alter von 16 und 17 Jahren an und organisierte Treffen. Epstein soll ihn dafür finanziell unterstützt haben.
Gegen Siad liefen in Paris Ermittlungen wegen Menschenhandels und weiterer Delikte, nachdem die Epstein-Files öffentlich wurden. Mehrere Frauen, darunter das schwedische Ex-Model Ebba P. Karlsson, hatten ihn der Vergewaltigung und sexuellen Ausbeutung beschuldigt. Siad bestritt alle Vorwürfe vehement, betonte seine Unschuld und forderte, angehört zu werden. Die Pariser Staatsanwaltschaft stellte die Verfahren gegen ihn nun nach seinem Tod ein, setzt die Ermittlungen zum mutmaßlichen kriminellen Netzwerk jedoch fort.
DRAMA IN REGENSBURG: Geiseldrama beendet! SEK nimmt Verdächtigen fest - Ein Toter | STREAM










