Immer wieder Merkel

vor 2 Monaten

Immer wieder Merkel
Bildquelle: Tichys Einblick

„Ich werde alles tun, was in meiner Macht noch steht, dass das nicht passiert“, versprach Angela Merkel jetzt auf die Frage nach einer möglichen AfD-Kanzlerin in zehn Jahren. Das ist wirklich ein Gag. Angela Merkel ist die eigentliche Kraft, die die AfD groß gemacht hat. Ihr müsste, hätte diese Partei so etwas wie Humor, die lebenslange Ehrenmitgliedschaft angetragen werden. Merkel hätte sie verdient – im Gegensatz zum neuen EU-Verdienstorden, den sie wirklich bekommen hat. Das ist auch ein Witz. Aber ein schlechter.

Die euroskeptische Professorenpartei, die die AfD ursprünglich gewesen war, war ja bereits wieder eine Randerscheinung. Dann kam die Kanzlerin, traf verheerend falsche Entscheidungen und erklärte sie für „alternativlos“. „Alternative für Deutschland“ passte also plötzlich wie die Faust aufs Auge. Statt die Grenzen zu schließen, propagierte Merkel eine verhängnisvolle „Willkommenskultur“, die Einwanderung in den Sozialstaat, nahm Schulen ruinierende und Kriminalität anfachende Parallelgesellschaften in Kauf, die das Land nachhaltig überfordern. Von einem Tag auf den anderen ließ Merkel so grund- wie sinnlos aus der Kernenergie aussteigen. Die dümmste Energiepolitik der Weltgeschichte geht weitgehend auf ihre Kosten. Am deutschen Wesen sollte nicht bloß die Welt, sondern auch gleich noch das Klima genesen. Ausgerechnet die Verächterin allen Nationalen wandelte energie- und migrationspolitisch auf absurden Sonderwegen. Den Verfall der Wirtschaft, der Infrastruktur, des Bildungssystems, des Sozialstaats, nahm sie hin. Verging sich in der Corona-Zeit an der Freiheit der Bürger. Warf sich dem woken Zeitgeist an den Hals. Dass sich dagegen kein nennenswerter Widerstand erhob, weder im Parlament noch im Bürgertum, gar nicht zu reden von der opportunistischen Wirtschaft, ließ die einzige „Alternative“ erstarken. Das ist vielleicht das Schlimmste an Merkels Herrschaft: Dass es ihr gelang, mittels „asymmetrischer Demobilisierung“ die demokratische Diskurskultur des Landes auszuhebeln, es zu entpolitisieren und ersatzweise mit einer obskuren Herrschaft der Moral zu überziehen.

Die Partei Adenauers und Erhard ließ sich von ihr im doppelten Sinne entmannen und von der einstigen DDR-Genossin ihre Identität rauben Dass Merkel die Rache des Ostens an der Wiedervereinigung war, ist natürlich üble Nachrede. Nirgendwo war Merkel unbeliebter als im Osten. Vielleicht gerade deshalb. Nur hat es die CDU nicht kapiert, die Partei, die sie fälschlich für eine der ihren hielt. Sie wollte in ihr die Vollendung der Einheit auf zwei Beinen sehen. Ihre Kanzlerschaft verdankt Merkel letztlich dem Umstand, dass ihr Vorgänger Gerhard Schröder mit seiner Reformpolitik am reformresistenten linken Gewerkschaftsflügel scheiterte. In dieser Hinsicht hat sich die SPD nicht geändert. Die Herablassung, mit der die SPD die arbeitende Bevölkerung behandelt, war und ist der zweite Booster für die AfD.

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