Grönland hat etwa so viele Einwohner wie eine mittlere deutsche Stadt. Die gigantische dänische Insel im Nordatlantik ist zu weiten Teilen von einem meterdicken Eispanzer bedeckt. Größere Industrieanlagen oder Fabriken sucht man vergebens. Die kleine Bevölkerung lebt hauptsächlich von Fischfang und Touristen, die kommen, um die Nordlichter zu sehen. Auf den ersten Blick ist es also ziemlich verwunderlich, dass der mächtigste Mann der Welt ein Faible für Grönland hat. Doch unter dem Ewigen Eis liegt der wohl größte Schatz des Globus. Grönlands Böden sind voller Ressourcen.
Eine mediale Trump-Exegese wird an diesem Abend in aller Ausführlichkeit zelebriert. Weil Trump ein pathologisch sprunghafter und impulsiver Charakter sei, wird gemutmaßt und spekuliert, als gäbe es kein Morgen. Wirklich klüger als vorher dürfte der geneigte Zuseher eher nicht sein. Die einzig verwertbare Erkenntnis ist, dass die deutsche und europäische Politik eine ziemlich schwache Figur abgibt, was Trump nicht anders verstehen kann, als eine Einladung zum Zugriff auf Grönland.
Noch steht in den Sternen am Polarhimmel, ob Trump Grönland kauft, erobert oder sich am Ende alles als großes Getöse ohne konkrete Veränderung herausstellt. Der grüne Vizepräsident des Deutschen Bundestags, Omid Nouripour, steht in jedem Fall an der Seite der Dänen. „Die Dänen haben Recht, dass sie Grönland nicht einfach abgeben“, sagt der Bundestagsabgeordnete. Für den ehemaligen Parteichef der Grünen steht außer Frage, dass sich die Grönländer nicht freiwillig den USA anschließen. „Die Grönländer wollen zu Dänemark gehören“, mutmaßt er.
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