Gunther Schnabl: China wird USA nicht den Rang ablaufen

vor etwa 2 Monaten

Gunther Schnabl: China wird USA nicht den Rang ablaufen
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Gunther Schnabl zählt zu einer seltenen Ökonomen-Gattung in Deutschland. Der Direktor des Flossbach von Storch Research Institute und Hochschullehrer aus Leipzig folgt den verschütteten Prinzipien des Ordoliberalismus: stabiles Geld, ein gegebener marktwirtschaftlicher Handlungsrahmen – aus der Sicht Schnabls entscheiden auf lange Sicht jene Gesellschaften das Rennen, denen es gelingt, den Staat an die Leine zu legen, ihn auf eine Schiedsrichterfunktion zu begrenzen und die Kräfte der Marktwirtschaft im Sinne der Wohlstandsmehrung wirken zu lassen.

Es ist daher von hohem Wert, den Ausführungen eines ordoliberalen deutschen Ökonomen zu folgen, der ohne ideologische Krümmung auf die Rolle seiner Heimat und der Europäischen Union in einer zunehmend bipolaren Welt, aufgeteilt zwischen den USA und China, blickt.

Im Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung zog Schnabl die großen Linien, die sich unter der hektisch aufgewühlten Medienoberfläche abzeichnen. Der fundamentale Konflikt unserer Zeit, das Ringen zwischen den USA und China um globale Dominanz, scheint entschieden, folgt man Schnabls Lageeinschätzung. Er sehe das Narrativ, dass China den USA den Rang abliefe, durchaus nicht. Die Vorherrschaft der USA basiere im Wesentlichen auf vier Säulen: dem Dollar als Weltleitwährung, der Fähigkeit zur Finanzierung hoher Staats- und Militärausgaben, der starken marktwirtschaftlichen Ordnung sowie der hochentwickelten freien Finanzmärkte.

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