Groß-Gerau ist eine kleine Gemeinde mit rund 27.000 Einwohnern im Herzen Hessens. Die unmittelbare Verkehrsanbindung an Zentren wie Frankfurt und Darmstadt macht das suburbane Städtchen zu einem idealen Pendlerort.
Hier lebt die klassische deutsche Mittelschicht: ein Stück weit abgeschirmt von den wirtschaftlichen und sozialen Verwerfungen des Landes, zugleich aber nah genug an den großen Ereignissen der Zeit, um nun – unverhofft – ins Rampenlicht des öffentlichen Interesses zu geraten.
Was war geschehen? In der vergangenen Woche lehnte der Stadtrat von Groß-Gerau nach Protesten aus der Bürgerschaft die Ansiedlung eines Rechenzentrums des amerikanischen Konzerns Vantage Data Centers ab. Mit den Stimmen von SPD, Grünen und Linken verzichtete die Gemeinde damit auf ein privates Investitionsprojekt von rund 2,5 Milliarden Euro.
Die geplante Anlage sollte Teil der digitalen Infrastruktur des Rhein-Main-Gebiets werden, das mit dem Internetknoten DE-CIX zu den weltweit bedeutendsten Datenstandorten zählt. Es geht um die neuen Daten-Highways der Welt, um jene Infrastruktur, die die Ökonomie der Zukunft grundiert: künstliche Intelligenz, das Training autonomer Systeme, autonomes Fahren, Cloud-Lösungen – all das, worauf große Volkswirtschaften wie die USA, China und andere globale Technologiestandorte setzen, um den Weg aus der Wachstumskrise zu finden.
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