Gabor Steingart, einer der profiliertesten Hauptstadt-Journalisten, sieht in der CDU schon ein heimliches Messerwetzen gegen Friedrich Merz. Im Newsletter des Pioneer, dem „Morning Briefing“, spekuliert er über die rechtlichen Möglichkeiten zum Kanzlersturz.
Schon nach einem Jahr sei Merz am Ende, konstatiert Steingart, nach langen Jahren beim Spiegel und beim Handelsblatt Gründer und Herausgeber von The Pioneer. Der Kanzler habe die Möglichkeiten, die das Amt ihm bietet, nicht genutzt. In der Praxis habe er die Hälfte der Minister von der SPD bestimmen lassen und von seiner Richtlinienkompetenz keinen Gebrauch gemacht.
Merz sei das, was die Amerikaner einen „man without balls“ (Mann ohne Eier) bezeichnen würden. Zum politischen Eunuchentum kommt für Steingart das fehlende Charisma: „Merz schafft es einfach nicht, mehr Menschen als seine Frau Charlotte für sich zu begeistern.“ Daher stecke seine Kanzlerschaft schon jetzt in der Sackgasse. Genau ein Jahr nach seinem Amtsantritt lebe Merz „nicht mehr im Politikerhimmel, sondern im Fegefeuer der juristischen Möglichkeiten seiner Ablösung.“
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