Gerade erst hat Kanzler Friedrich Merz (CDU) den großen Tag der Entscheidungen („Den großen Tag wird es nicht geben“), den seine eigene Regierung als Ausweis der Handlungsfähigkeit ausgegeben hatte, wieder eingesammelt. Auf dem Ostdeutschen Wirtschaftsforum in Bad Saarow wiederholte er sein Mantra, die Deutschen müssten sich den „Reflex des Schlechtredens“ abgewöhnen, hätten noch großartige Zeiten vor sich, und mit der AfD falle Deutschland in die Zeit „vor Adenauer“ zurück.
Ganz gleich, ob es um das rituelle Absingen der „Kein schöner Land“-Melodien geht, um die Rente als „Basisabsicherung“, um die zu wenigen Arbeitsstunden der Deutschen, um Gastarbeiter, die das Wirtschaftswunder angeblich geschaffen haben, um Zurechtweisungen an eine krebskranke Fragestellerin oder die naseweise Belehrung der Trump-Administration aus einer Schule im Sauerland heraus: Kaum eine Rede von Friedrich Merz vergeht, ohne dass Schaden im In- oder Ausland angerichtet wird oder sich der Kanzler in Widersprüche verwickelt.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bei seiner Rede auf dem DGB-Bundeskongress
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