Nur wenige Politiker besitzen den Mut, in einer schweren Wirtschaftskrise auf marktwirtschaftliche Reformen zu setzen. Argentiniens Präsident Javier Milei scheint einer aus dieser erlesenen Gruppe zu sein – Friedrich Merz ist es definitiv nicht. Der Bundeskanzler setzt auf den starken Staat und rief nun für den 6. November den nächsten Wirtschaftsgipfel aus. Diesmal steht die Stahlbranche im Fokus, die in schwerste Turbulenzen geraten ist.
Friedrich Merz betonte im Vorfeld des Spitzentreffens, Deutschland dürfe seine eigene Stahlindustrie nicht verlieren und von Importen abhängig werden. Man wolle Arbeitsplätze erhalten, so ein Regierungssprecher.
Im Grunde genommen kennen wir das Ergebnis dieses Gipfels bereits. Die Politik wird weiter um den mehrfach angekündigten, subventionierten Industriestrompreis kreisen. Die Betriebe fordern Protektionismus gegenüber der chinesischen und indischen Billigkonkurrenz, während die Gewerkschaften auf weitgehende Jobgarantien pochen. „Same procedure as every Gipfel“.
Alle gemeinsam wollen sie klimafreundlichen, sogenannten „grünen“ Stahl produzieren und entsprechende Absatzmärkte entwickeln. Wie dieser grüne Stahl vermarktet werden soll, bleibt ein Rätsel – besonders auf einem Weltmarkt, den China und Indien mit Dumpingpreisen beherrschen. Gegen diese Realität helfen keine Imagekampagnen, sondern nur Wettbewerbsfähigkeit – und genau die fehlt. Der deutsche Anteil der Stahlproduktion am globalen Markt liegt mittlerweile bei nur noch zwei Prozent – Platz sieben im Standortranking.
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