Bundeskanzler Friedrich Merz hatte keinen leichten Stand auf dem DGB-Bundeskongress. Er bemühte sich um Versöhnlichkeit mit den Gewerkschaften – diese erwiderten das nicht. Immer wieder wurde die Rede des Kanzlers von Buh-Rufen unterbrochen.
In seiner Rede verteidigte Merz die Reformvorhaben seiner Regierung – und schwor auch die Arbeitnehmervertreter darauf ein. Die Reform der gesetzlichen Krankenversicherung verlange von allen etwas ab, von den Unternehmen wie auch den Versicherten, betonte Merz – dafür wurde der Kanzler von den Delegierten ausgebuht.
Dabei tat Merz viel, um bei den Gewerkschaftern auf einen Grünen Zweig zu kommen. „Ohne Sie geht es nicht“, sagte Merz. „Und dazu möchte ich mich ausdrücklich bekennen.“ Zudem leistete er ein politisches Bekenntnis gegen Rechts: „Ich bin und bleibe ein Befürworter des Prinzips der Einheitsgewerkschaft. Wissend, dass das heute zum Teil konkurrierende Gewerkschaften haben – und wir haben auch Konkurrenz von einer Seite, die Sie und wir nicht wollen“, sagte Merz. Meinen tat er damit AfD-nahe und rechte Gewerkschaften. „Deswegen gratuliere er den Gewerkschaftsvertretern, die wiedergewählt wurden, besonders“, fuhr er fort.
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