Viele Kanzler verlieren das Vertrauen ihrer Wähler im Amt – Friedrich Merz schafft es, noch bevor er überhaupt Kanzler ist. Sein Wortbruch bei den Schulden und sein Kurswechsel nach grün-links so kurz nach der Wahl ist historisch – doch Merz tut so, als begreife er die Aufregung gar nicht.
In der Bild am Sonntag liest man, wie entspannt Merz über seinen Wähler-Betrug spricht. „Ich habe schon vor der Wahl gesagt: Man kann über eine Änderung der Schuldenbremse sprechen. Nur wenige Artikel sind veränderbar. Aber: Wenn wir es tun, müssen wir die Schuldenbremse dahingehend ergänzen, dass wir dann wirklich Investitionen ermöglichen. Ich habe das immer mal wieder – auch intern zu meinen Kollegen – gesagt: Lasst uns mal nicht zu sehr darauf fixiert sein, dass wir sie nie und nimmer ändern. In unserem Leben ist nichts für die Ewigkeit.“
Warum regt ihr euch auf? Ich hab’s doch schon immer gesagt! Bemerkenswert offen räumt Merz damit – ganz nebenbei – seine erste unwahre Rechtfertigung ab, die oft beschworene „veränderte Weltlage“ habe ihn zu seiner 180-Grad-Wende gezwungen. In Wahrheit erörterte er diese Idee schon viel länger, wie er nun auch zugibt.
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