„Es gibt keinen Klimanotstand“

vor 7 Monaten

„Es gibt keinen Klimanotstand“
Bildquelle: Tichys Einblick

„Die Wissenschaft“ gilt heute vielfach als die Autorität schlechthin. Dabei handelt es sich jedoch zumeist gar nicht um Daten, Fakten und echte wissenschaftliche Erkenntnisse, sondern um ein Konstrukt: Nur die politisch oder ideologisch erwünschten Fakten und Einordnungen werden als wissenschaftlich anerkannt. So entsteht der Eindruck einer eindeutigen, einheitlichen Lehrmeinung. Marcel Crok, Mitbegründer und Direktor der Climate Intelligence Foundation (Clintel), hat dies als Wissenschaftsjournalist am eigenen Leib erfahren müssen. Denn seine Recherchen passten nicht ins Klimanarrativ.

Tichys Einblick: Herr Crok, Sie sind Direktor und Mitbegründer der Clintel Foundation. Wie sind Sie dazu gekommen?

Marcel Crok: Ich schreibe seit Jahrzehnten über den Klimawandel, eigentlich über die Klimadebatte. Vor 20 Jahren schrieb ich einen Artikel über eine sehr wichtige Grafik in den IPCC-Berichten, die sogenannte Hockeystick-Kurve, die einen steilen globalen Temperaturanstieg behauptet. Ich kritisierte diese sehr wichtige Grafik und gewann in den Niederlanden für meinen Artikel zu dem Thema einen Journalistenpreis.

Ich erwartete, dass der IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change, sog. Weltklimarat, Anm.) und das KNMI (Königliches Niederländisches Meteorologisches Institut, Anm.), das niederländische Äquivalent zum Deutschen Wetterdienst, die Fehler, die sie in dieser Grafik gemacht hatten, anerkennen würden. Denn diese Grafik hatte großen Einfluss auf die Politik und wurde als Beleg herangezogen, um zu verdeutlichen, wie gefährlich die globale Erderwärmung sei. Und dann stellt sich diese Grafik einfach als falsch heraus. Und ich hatte die Exklusivmeldung. Ich war also der erste Journalist weltweit, der dies aufgedeckt hat. Den Beleg, dass die Grafik falsch war, hatte nicht ich erbracht; er kam von Wissenschaftlern aus Kanada. Aber ich hatte als Wissenschaftsjournalist meine Arbeit gemacht.

Aber die offiziellen Stellen haben nichts geändert. Und so kratzte ich mich am Kopf und dachte: Okay, was ist hier los? Ich meine, Wissenschaftler können Fehler machen, aber jetzt sind die Fehler aufgedeckt und man muss sie korrigieren. So funktioniert Wissenschaft. Ich war damals sehr naiv.

Sie glaubten also an die Integrität der Wissenschaft?

Ja. Und dann musste ich feststellen, dass es die nicht gibt. Ich denke, die meisten Wissenschaftler sind einfach sehr neugierig und suchen so weit wie möglich nach der Wahrheit. Das Klimasystem ist sehr komplex. Niemand weiß genau, wie es funktioniert und welche Einflüsse es gibt und so weiter. Aber man hofft, dass Wissenschaftler zumindest versuchen, das System zu verstehen, einfach aus Neugier und nicht aus politischen oder anderen Gründen.

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