Das Ende von Joe Bidens Präsidentschaft diese Woche ist auch das Ende einer Ära. 12 der letzten 16 Jahre stand er in der einen oder anderen Form an der Spitze der US-Regierung: 8 Jahre als Vizepräsident unter Obama, 4 Jahre selbst als Präsident zwischen den beiden Trump-Amtszeiten. Die Art, wie Obama und er Politik machten, galt lange als gesetzt, Trumps erste Amtszeit als Ausnahme, als Unfall der Geschichte.
Spätestens jetzt ist klar: Die meisten Amerikaner sehen das ganz anders. Das Ende der politischen Karriere des 82-Jährigen ist auch das Ende einer gescheiterten Präsidentschaft. Unter seiner Führung gab es das völlige Gegenteil der versprochenen „Rückkehr zur Normalität“, sondern ein Desaster nach dem anderen.
Bereits am Anfang seiner Regierungszeit hatte der Präsident den chaotischen Abzug der USA aus Afghanistan zu verantworten. Am Kabuler Flughafen spielten sich verheerende Szenen ab: Verzweifelte Zivilisten rannten auf das Rollfeld und hingen sich an die Tragflächen amerikanischer Maschinen. Zwischen all dem Chaos sprengte sich noch dazu ein Islamist am Flughafen in die Luft, 173 Menschen, darunter 13 US-Soldaten, starben dabei.
Über der amerikanischen Botschaft hob eiligst ein Helikopter mit diplomatischen Mitarbeitern ab. Das Bild, das an Amerikas bisherigen militärischen Tiefpunkt, den Abzug aus dem besetzten süd-vietnamesischen Saigon erinnerte, ging um die Welt.
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