Wer Sorgen hat, isst Currywurst

vor etwa 8 Stunden

Wer Sorgen hat, isst Currywurst
Bildquelle: NiUS

Man hätte es sich eigentlich denken können: Der Kampf gegen Deutschlands Lieblingsessen war vergebens. Ex-Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) ließ seinerzeit die Currywurst aus der Ministeriumskantine entfernen, zahlreiche große Unternehmen setzten auf Salat und Tofu (aber die Arbeiter setzten sich lieber mit einer Currywurst an den Tisch der Kantine). Die Deutsche Bahn präsentiert seit Neuestem Currywurst mit Kartoffelecken – brrrrrr. Und das alles, weil man Pommes angeblich nicht richtig in der Bahn kühlen könne …

Alles, was den neuen Trend zur Currywurst angeht, weiß einer, der die Currywurst zu seinem Beruf gemacht hat. Und er ist damit sehr erfolgreich. Der westfälische Unternehmer Peer Laabs ist seit drei Jahren Chef von Apetito – dem größten Caterer der Republik. Das Familienunternehmen betreibt Kantinen und beliefert Schulen und Kindergärten. In der Süddeutschen Zeitung hat er über die Wiederentdeckung der Currywurst gesprochen.

Apetitos Management weiß genau, was den Deutschen gerade schmeckt. Auch Entwicklungen wie der Trend zu Ganztagsschulen oder zum Homeoffice wirken sich sofort auf die Geschäfte aus. Zuletzt wurde in Firmenkantinen die Currywurst wieder beliebter, selbst wenn auf dem Spitzenplatz in Apetitos Statistiken Spaghetti Bolognese steht. Den Aufstieg der fettigen Wurst mit scharfer Soße erklärt der 45-Jährige mit der schwierigen Wirtschaftslage: „Currywurst ist Soulfood. Wenn die Menschen Sorgen haben, greifen sie zu bekannten Gerichten, die sie glücklich machen.“

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