Dieses Buch denkt den Gleichheitswahn zu Ende – und zerstört ihn somit

vor etwa 1 Jahr

Dieses Buch denkt den Gleichheitswahn zu Ende – und zerstört ihn somit
Bildquelle: NiUS

Mit dem Roman „2075 – Wenn Schönheit zum Verbrechen wird“ ist dem Soziologen und Historiker Rainer Zitelmann das anti-egalitäre Buch des Jahres gelungen. Nicht nur wird die grausame Logik aller Gleichheitsfanatiker aufgedeckt, sondern auch ein optimistischer Gegenentwurf mitgeliefert. Ein erfrischender Gegensatz zu den vielen einseitig düsteren Zukunftsvorhersagen im politischen Büchermarkt.

Kleiner Transparenzhinweis zu Beginn: Rainer Zitelmann hat mir das Buch wie schon andere Werke von ihm vor Erscheinen kostenlos zukommen lassen. Ich bin großer Fan vieler seiner Sachbücher, kaum ein deutscher Autor verteidigt die Marktwirtschaft mit einer solchen Faktendichte. Ich bin also genauso voreingenommen und fernab jeder Pseudo-Neutralität wie in sämtlichen anderen Kolumnen auch.

In dem Thriller geht es um eine radikale Gleichheitsbewegung, die sich „Movement for Optical Justice“ (MOVE) nennt. Im Jahr 2075 kämpft sie gegen ungleich verteilte Schönheit, insbesondere gegen „überschöne“ Frauen. Diese genössen unfaire Privilegien. Die fanatische Bewegung startet als kleine Randgruppe, die kaum ernst genommen wird, gewinnt schnell immer mehr Zustimmung und gelangt schließlich an die Macht. Höhere Steuern und allerhand Nachteile für „überschöne“ Frauen sind dabei nur der „moderate“ Anfang, schlussendlich werden Zwangsoperationen an zu attraktiven Frauen durchgeführt.

Anders als in so gut wie allen Romanen mit düsteren Zukunftsszenarien geschieht dies nicht in einer generell dystopischen Welt. Dafür hat Rainer Zitelmann zu viel Vertrauen in die Freiheit und den Fortschritt. Klassisch linke Zukunftsängste finden deshalb keinen Platz. Der Klimawandel ist dank der erfolgreichen Kernfusion kein Thema mehr. Anstelle von Massenverelendung und Überbevölkerung ist die Armut besiegt. Es gibt private Raumfahrt zum Mond und zum Mars. Ressourcenknappheit existiert nicht, stattdessen werden seltene Erden auf Asteroiden abgebaut. Auf dem Mars gibt es libertäre Privatstädte, nach Friedrich August von Hayek und Ludwig von Mises benannt. Sie garantieren Meinungs- und Vertragsfreiheit, ein Leben mit privaten Versicherungen und ohne staatlichen Zwang. Fast alle Krebsarten sind besiegt, zerstörte Augen lassen sich in den meisten Fällen komplett wiederherstellen und Wunden sind in Sekundenschnelle durch KI-Instrumente identifiziert und in Minutenschnelle behandelt. Wunderbar schmeckendes Fleisch aus dem Labor hat Tierleid überflüssig gemacht, die Gentechnik hat sich zum Wohl aller durchgesetzt.

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