Die Ungarn-Wahl wird Europa verändern

vor 11 Monaten

Die Ungarn-Wahl wird Europa verändern
Bildquelle: Tichys Einblick

Die nächste Parlaments-Wahl in Ungarn wird voraussichtlich erst im April 2026 abgehalten. Doch schon jetzt rüsten die Kontrahenten, befindet sich das Land im Dauerwahlkampf. Tatsächlich geht es nicht um Ungarn, sondern um die Gestalt der künftigen EU. Und daher hat die Wahl Auswirkungen auch auf Deutschland – den Verbleib der Reste seiner Souveränität sowie die künftige Gestaltung von Wirtschaft und Wohlstand.

Jedes Jahr findet im ungarischen Ort Kötcse ein „Picknik” der „Stiftung für ein Bürgerliches Ungarn” statt. Das ist die Parteistiftung der ungarischen Regierungspartei Fidesz, ähnlich der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung in Deutschland. Hier versammeln sich – nur auf persönliche Einladung – all jene, die in Fidesz die Stimme des bürgerlichen Ungarn sehen, und in jenen wiederum Fidesz relevante bürgerliche Stimmen erkennt. Es sind also „Multiplikatoren“, Personen des öffentlichen Lebens, aus Kultur, Wirtschaft und Politik.

Jedes Jahr hält Orbán eine Rede darüber, wie er sich das nächste Jahr vorstellt, auf der Grundlage einer umfassenden Analyse der Gesamtlage und der politischen Dynamik im Land, in der EU, und in der Welt. Darüber wird dann diskutiert. Das alles intern. Wer etwas ausplaudert, oder gar aufnimmt und veröffentlicht, dem droht die harte Strafe, nächstes Jahr nicht mehr eingeladen zu werden. Nie hat jemand gegen die Regel verstoßen.

Aber dieses Jahr war alles anders, denn Orbáns Herausforderer bei den anstehenden Wahlen 2026, Péter Magyar, hatte eine Parallel-Veranstaltung angekündigt. Auch er kam nach Kötcse, mit einigen Hundert Anhängern, am Ende waren es vielleicht gar um die 1500, und hielt selbst eine Rede, ein paar Straßen entfernt.

Er hat sich das zur Gewohnheit gemacht: Alles, was Orbán macht, macht er nach. Orbán hält seine jährliche Sommer-Rede im siebenbürgischen Tusványfürdő (Baile Tusnád)? Péter Magyar hält am selben Tag eine ähnlich strukturierte Rede in Székesfehérvár. Und nun also auch eine Orbán-Imitation von Magyar in Kötcse. Sogar die Semantik seiner Rede („ein starkes und reiches Ungarn­“) war teilweise buchstäblich wortgleich mit Orbáns Formulierungen.

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