Die stillen Freuden einer Hausdurchsuchung

vor 7 Monaten

Die stillen Freuden einer Hausdurchsuchung
Bildquelle: Tichys Einblick

Eine Hausdurchsuchung ist eine Zäsur im Leben. Man lebt danach anders. Das Gefühl der Sicherheit, das man seit jeher in seiner Wohnung hatte, deren Unverletzbarkeit bis dahin Gewohnheit war, zerplatzt. Man erfährt ein Gefühl des Ausgeliefertseins, das einer Vergewaltigung ähnelt.

Ich möchte hier gestehen, schon damit gerechnet zu haben und hatte in Gedanken Varianten dieses Szenarios durchgespielt. Die Vorzeichen dazu sind ein seit Jahren sich auflösender Rechtsstaat, der eine immer stärker werdende Opposition mit immer unappetitlicheren Repressalien überzieht. Die Corona-Zeit, in der die Regierung eine Grippevariante unter Vortäuschung einer tödlichen Virusgefahr dazu benutzte, um Angst und Schrecken zu verbreiten, hatte dazu eine Fülle von Beispielen gegeben, die ungesühnt blieben und bis heute andauern.

Zwar bin ich nicht politisch aktiv und gehöre keiner Partei an, doch arbeite ich als Porträtfotograf beruflich der beliebtesten Oppositionspartei des Landes zu, was dieser zu einer gesteigerten Wirksamkeit verhilft. So lag es auf der Hand, dass ich irgendwann „dran“ war, denn in der Politik kommt es weniger auf die Wahrheit an, wohl aber auf Wirksamkeit, die am Ende in Prozenten ausschlägt.

Seit Jahren häufen sich die Nachrichten über Hausdurchsuchungen, die meist unverhältnismäßig erschienen und die Vorstellung nährten, etwas mit diesem Staate, der sich BRD nennt, sei faul und in Schräglage gekommen. Das wird jeder bemerkt haben, der aufmerksam das Zeitgeschehen verfolgt. Bekannt wurde der Fall eines ehemaligen Berufssoldaten, dessen Vergehen darin bestand, im Netz ein sogenanntes Meme lediglich geteilt zu haben, das den seinerzeitigen grünen Wirtschafts-Minister als Schwachkopf persiflierte, was ja – vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen Niedergang Deutschlands – nicht unzutreffend erscheint. Dazu trat jüngst die ironische Bemerkung eines bekannten Welt-Kolummnisten, die ihm mit mutwilliger Verständnislosigkeit als NS-Propaganda ausgelegt wurde und ebenfalls in eine Hausdurchsuchung gipfelte. Und selbst der ehemalige Chef des Verfassungsschutzes bekam 2023 Besuch von Polizisten, um eine gerade vollzogene Überprüfung seines legalen Waffenbesitzes im Rahmen einer „Erkenntnisabfrage“ zu wiederholen. Er war zu diesem Zeitpunkt bereits als „Beobachtungssubjekt“ eingestuft worden. Es galt, die bewaffnete Staatsmacht im Lebensbereich eines Mißliebigen in Erscheinung treten zu lassen.

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