„Die goldenen Jahre sind vorbei“: Schrauben-Milliardär Reinhold Würth rechnet mit Deutschland ab

vor 2 Monaten

„Die goldenen Jahre sind vorbei“: Schrauben-Milliardär Reinhold Würth rechnet mit Deutschland ab
Bildquelle: Apollo News

„Die Bundesrepublik Deutschland steuert auf das Ende des Seins zu und ist in großer Gefahr, in den Modus des Vergehens zu rutschen.“ Das sind die mahnenden Worte des inzwischen 91 Jahre alten Reinhold Würth, Gründer des gleichnamigen, weltmarktführenden Schraubenkonzerns aus Künzelsau, der in einem Essay zum „Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht“ seiner Firma eine schonungslose Abrechnung mit dem Wirtschaftsstandort Deutschland vorgelegt hat.

Die zunehmende Deindustrialisierung des Landes beschreibt Würth als „eine Spirale Richtung Keller“. Den Hauptgrund sieht Würth dabei bei den Gewerkschaften und der Arbeitsmoral der Deutschen. Es gebe „unmäßige Lohnforderungen der Gewerkschaften“, welche die deutschen Unternehmen im Vergleich mit ihrer internationalen Konkurrenz immer mehr ins Hintertreffen bringen würden. Zudem würden die Nachkommen der Babyboomer „die Bequemlichkeit lieben“, so Würth. Dies stelle eine Mentalität dar, die der wirtschaftlichen Dynamik des Landes schleichend den Boden entzieht.

Was den Essay besonders drastisch macht und Würths Sicht unterstreicht: Seinem Unternehmen geht es vergleichsweise gut; ihn betrifft der Abbau der Wirtschaftsleistung selbst nicht. Im Jahr 2023 hatte die Würth-Gruppe mit 20,4 Milliarden Euro Umsatz gar einen neuen Rekord zu verzeichnen. Das Eigenkapital des Konzerns lag bei 8,8 Milliarden Euro, die Eigenkapitalquote bei knapp 49 Prozent. Dass der Unternehmen für das Land, in dem er produziert, den Niedergang sieht, ist als Warnzeichen zu verstehen.

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