Vierzig Worte für „Schnee“ sollen die Inuit kennen – das stimmt zwar nicht, aber der Gedanke hinter dieser Aussage ist bedenkenswert: Menschen entwickeln Wort für das, was sie umgibt, und je feiner und genauer sie die Phänomene um sie herum beobachten und beschreiben müssen, desto präziser sind die Worte, die sie erfinden.
Für den Inuit sind die unterschiedlichen Formen von Schnee bedeutsam. Für den Deutschen die unterschiedlichen Formen von Peinlichkeit.
Deshalb kennt das Deutsche ein Wort für „Fremdscham“: Offensichtlich musste man hierzulande einen Begriff entwickeln für ein Phänomen, das hier besonders häufig auftritt.
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