Um Zahlen verstehen und bewerten zu können, muss man sie erst einmal haben. Im Jahr 2024 wurden so wenige Ehen geschlossen wie noch nie. Genauer: wie seit 1950 nicht. Da hatte das Statistische Bundesamt (Destatis) die Zahlen erstmals erhoben.
Insgesamt haben bei uns 349.200 Paare geheiratet. Knapp drei Prozent waren gleichgeschlechtliche Ehen. Für mehr als drei Viertel (79 Prozent) der 698.400 Beteiligten war es die erste Trauung.
Jeder zweite Erwachsene über 18 bei uns ist verheiratet. Das sind etwa 34,6 Millionen. Doch sowohl die absolute Zahl der Verheirateten also auch ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung gehen seit Jahrzehnten kontinuierlich zurück. Vor 30 Jahren zum Beispiel haben noch etwa 39,2 Millionen Volljährige in einer Ehe gelebt, das waren 60 Prozent.
Gleichzeitig sind immer mehr Menschen über 18 Jahren ledig. Noch 1994 waren gut 16 Millionen Volljährige nicht verheiratet, das entsprach 24 Prozent. Ende 2024 waren 23,1 Millionen Menschen ab 18 Jahren ledig, das sind gut 33 Prozent.
Dass der Anteil der Verheirateten seit Jahren schrumpft, liegt auch daran, dass die Menschen – wenn sie denn überhaupt heiraten – beim ersten Ja-Wort immer älter werden. Vor 30 Jahren hatte das Durchschnittsalter bei der ersten Eheschließung für Frauen bei gut 27 Jahren und für Männer bei etwas über 29 Jahren gelegen. Im Jahr 2024 waren Frauen bei ihrer ersten Heirat im Schnitt schon fast 33 Jahre alt, Männer sogar gut 35 Jahre.
Auch bei den Scheidungen werden die Beteiligten immer älter. Vor drei Jahrzehnten waren Frauen am Ende ihrer ersten Ehe durchschnittlich gut 36 Jahre alt, Männer waren gut 39 Jahre. Im Jahr 2024 sind die frisch geschiedenen Frauen weit über 44, die Männer weit über 47 Jahre alt.
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