Es ist keine neue Erkenntnis: Ein Land, das sich nicht selbst verteidigen kann, ist nicht souverän. Dass unsere Politiker jetzt erst auf die Idee kommen, man müsse verteidigungs- oder gar kriegsfähig sein, falls der Russe kommt, ist allerdings schlechterdings lächerlich. Dazu ist es längst zu spät.
Woran liegt es? Ich hielt die Aussetzung der Wehrpflicht 2011 für richtig. Die Mobilisierung der männlichen Zivilbevölkerung im amerikanischen Bürgerkrieg und dann im Ersten Weltkrieg hat die Opferzahlen hochgetrieben, ganz im Unterschied zu den Kabinetts- oder Manöverkriegen nach dem 30-jährigen Krieg, in denen gut ausgebildete Armeen kunstvoll versuchten, sich und dem Gegner möglichst wenig Schaden zuzufügen. So ein ausgebildeter Soldat war ja wertvoll – weit wertvoller als Schütze Arsch aus Itzehoe.
Die Verteidiger der Wehrpflicht priesen stets die durch die allgemeine Wehrpflicht gegebene enge Anbindung an die Gesellschaft. Doch war das nicht durchaus zwiespältig? Konnte das nicht auch Militarisierung der Gesellschaft bedeuten? Warum also nicht eine Armee von hochausgebildeten Spezialisten?
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