Der historische Wahlsonntag von Sachsen-Anhalt liegt nun knapp eine halbe Woche zurück. Noch immer benötigen viele Politiker und Journalisten des politischen Berlin ein Sauerstoffzelt, um die Wahlergebnisse zu verkraften. In Sachsen-Anhalt wurde die sogenannte politische Mitte vom Wähler regelrecht pulverisiert.
Das AfD-Rekordergebnis ist Ausdruck einer tiefen Ablehnung der amtierenden Bundesregierung. Diese Ablehnung durch den Souverän schmerzt die Politiker der regierenden Koalition und besonders den angeschlagenen Kanzler sehr. Doch eine Strategie gegen den massiven Schwund an Wählern gibt es nicht. Stattdessen herrscht Nervosität vor, weil es in wenigen Tagen zwei weitere Landtagswahlen gibt.
Unter anderem Cem Özdemir und Armin Laschet sitzen in der Runde und lecken ihre offenen Wunden. Ein Vertreter der AfD sitzt nicht am Tisch. Die Redaktion will anscheinend kein Salz in die offenen Wunden streuen. Allerdings fehlt es der Sendung an Klartext und inhaltlichem Streit. Anstatt einer lebhaften Debatte liefert die Sendung eine Therapiesitzung für Wahlverlierer. Großer Schwachpunkt der Sendung ist, dass die abgewählte Brandmauer gar keine Rolle spielt. Nicht ein einziges Mal wird diskutiert, ob die anderen Parteien nach so einem Wahlergebnis nicht auch über ihre Haltung zur AfD nachdenken müssen. Der geneigte Zuseher erfährt insgesamt wenig Neues und Informatives. Die Gräben bleiben weiterhin bestehen.
UKRAINE-KRIEG: Putin äußert sich zur AFD und reagiert auf Truppen-Plan nach Frieden | WELT LIVE









