In dem am Donnerstag veröffentlichten Threat-Intelligence-Bericht spricht das US-Unternehmen Anthropic von einem ernsten Risiko fortschrittlicher KI-Systeme und dokumentiert Missbrauchsfälle zwischen Dezember 2025 und August 2026. Darunter sind fünf Fallstudien mit Bezug zu potenzieller Biowaffenforschung.
Anthropic nennt aber weder die betroffenen Länder noch die Institute. Die Forscher hätten regionale Zugangssperren umgangen – über Wiederverkäufer-Plattformen, US-Server, synthetische Konten und Dienste mit Null-Datenspeicherung und den Zweck ihrer Arbeit verschleiert, um Sicherheitsfilter zu umgehen. Das Unternehmen identifizierte 35 Forschungsvorhaben mit potenziell besorgniserregender Aktivität. Die zugehörigen Konten wurden gesperrt, Erkenntnisse an Behörden und andere Labore weitergegeben.
Besonders brisant war ein Fall vom Mai 2026: Ein biologischer Sicherheitsclassifier blockierte die Bitte, mit Claude einen Förderantrag zu schreiben. Es ging um Gain-of-Function-Forschung am Chikungunya-Virus, einem durch Mücken übertragenen Erreger, der wochen- oder monatelang starke Schmerzen und Fieber auslösen kann. Geplant waren genetische Veränderungen, die Übertragbarkeit und Immunflucht erhöhen sollten.
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