Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt, wir steigern das Bruttosozialprodukt. Die Älteren kennen die Zeilen. Sie stammen von der Band Geier Sturzflug, die 1982 eine gesellschaftliche Gefühlslage aufgriff, als der neue Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) anfing, die deutsche Wirtschaft aus ihrem Tal zu führen. Ein steigendes Bruttosozialprodukt steht für mehr Optimismus, mehr Tatkraft und mehr Wohlstand.
Nun hat das Statistische Bundesamt eingestehen müssen, dass es sich bei diesem Wert, der mittlerweile Bruttoinlandsprodukt heißt, massiv verrechnet hat. Bisher haben die Statistiker verlautet, die deutsche Wirtschaft sei 2023 um 0,3 und 2024 um 0,2 Prozent geschrumpft. Schon das sind herbe Zahlen in einem Land, das gerade massive Zuwanderung und vermeintliche “Rekord-Beschäftigung” erlebt, was das Bruttoinlandprodukt eigentlich in die Höhe treiben müsste. Doch nach den neuen Zahlen ist die Wirtschaft um 0,9 und um 0,5 Prozent geschrumpft – dahinter stehen Milliardenbeträge.
Der Verdacht liegt nahe, das Statistische Bundesamt habe bewusst gemogelt. Zum einen haben die jeweiligen Bundesregierungen massiv von dem Fehler profitiert: Das Amt hat Olaf Scholz (SPD), Robert Habeck (Grüne) und Christian Lindner (FDP) erlaubt in den Wahlkampf mit einer Wirtschaftskrise zu ziehen, die blöd, aber lösbar sei und an der andere die Schuld trügen: Putin, die AfD, das Internet… Statt zugeben zu müssen, wie dramatisch es wirklich um die Wirtschaft steht. Außerdem wirkte sich der Fehler auf ihren Haushalt aus: Umso höher das Bruttoinlandsprodukt ist, desto mehr Schulden darf der Bund machen – zumindest nach den alten Regeln der Schuldenbremse.
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