Bundeskanzler Friedrich Merz soll Mitte Januar 2026 Kabinettsmitglieder nach einem Gespräch mit Frankreichs Staatschef Macron informiert haben, dass es keinen gemeinsamen Kampfjet FCAS geben werde. Alles also aus und vorbei? Wenn man die letzten acht Jahre Revue passieren lässt, war damit zu rechnen.
Man erinnert sich: Deutschland und Frankreich wollten gemeinsam einen Kampfjet der „sechsten Generation“ bauen. Spanien sollte auch ein wenig mitmachen dürfen. Der Name des Zukunftsjets: Future Combat Air System (FCAS) beziehungsweise Système de combat aérien du futur (SCAF). „System“ bedeutete, dass folgende Komponenten vernetzt sein sollten: Drohnen, Bodenwaffen, Satelliten sowie terrestrische oder fliegende Kommandozentralen. Parallel dazu sollte ein mit dem FCAS vernetzter neuer Panzer kommen: das „Main Ground Combat System“ (MGCS). Dieser neue Panzer sollte dereinst die Kampfpanzer Leopard (deutsch) und Leclerc (französisch) ersetzen. Es war auch daran gedacht, dass der neue FCAS-Jet unbemannt eingesetzt werden könnte.
Die Deutschen wollten mit dem FCAS ab etwa 2040 den „Eurofighter Typhon“ und später die F-35 ersetzen, die Franzosen ihre „Rafale“. Der „Eurofighter“ war ab 2004 in der Luftwaffe eingesetzt; im Moment gibt es davon 138 Stück, 20 sollen hinzukommen. Die Armée de l’Air et de l’Espace hat 250 „Rafale“, geplant sind 286. Dass sich mit dem „Eurofighter“ und der „Rafale“ getrennt voneinander zwei Systeme entwickelten, geht auf ein Scheitern der ursprünglich deutsch-französisch-britisch-italienisch-spanischen „Eurofighter“-Planung im Jahr 1985 zurück: Nach bis dahin sechsjähriger Planung stieg Frankreich zur Verärgerung von Kanzler Kohl und Staatspräsident Mitterand aus dem Projekt aus. Die französische Firma Dassault wollte nicht mehr, und die Franzosen wollten überhaupt ein anderes Flugzeug mit kleinerer Tragfläche, weniger Gewicht und einem anderen Triebwerk, um den Jet auch für einen Flugzeugträger wie die „Charles de Gaulle“ tauglich zu machen.
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