Der grüne Wahlkampf – Ästhetik der Verzweiflung

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Der grüne Wahlkampf – Ästhetik der Verzweiflung
Bildquelle: Apollo News

Die Grünen waren einmal die Partei der Birkenstock-Sandalen, geflickten und zerrissenen Jeans, Schlabberpullovern, selbst gestrickten Schals in natürlichen Farben, Rasterlocken und Stricknadelhochsteckfrisuren. In der Basis ist das bis heute der Grünen-Look. Inzwischen sind zwar gerade in der Berliner Szene genug Ökodesigner aus dem Boden gesprossen, dass es ein bisschen mehr Auswahl gibt und nicht alles aussehen muss, wie in dritter Generation aus der Kleiderkiste.

Doch wenn man auf der Straße einen Lastenfahrradfahrer in diesen typischen verwaschenen Farben sieht – Sie wissen schon, diese komischen Grün-, Gelb- und Orangefarbtöne, die immer einen Braun-Stich haben, weil die Wolle zur Färbung in irgendwelche Kamillentees eingelegt wird – dann kann man sich sicher sein, dass es sich dabei um einen Grünen-Wähler handelt. Und oft wird man auch durch entsprechende Sticker oder Fahnen am Anhänger oder Buttons am Rucksack bestätigt.

Auch ein zuverlässiger Indikator sind Regenjacken und Warnwesten, egal bei welchem Wetter, und Fahrradhelme mit reflektierendem Regenüberzug – die auch in der Apotheke nicht abgenommen werden, versteht sich. Die Grünen haben ihre Wähler bis vor kurzem in dieser Hinsicht noch sehr zuverlässig repräsentiert. Es war jedenfalls kein Zufall, dass so viele die Fotomontage von Cem Özdemir mit Fahrradhelm bei der Vereidigung für echt gehalten haben. Doch inzwischen hat sich bei den Grünen etwas gewandelt.

Es begann damit, dass man das typische Grünen-Grün gegen ein edles Tannen-/Smaragd-Grün tauschte und die Sonnenblume passend dazu in einem zarten Pastellgelb einfärbte. Und schon zur letzten Bundestagswahl waren die Bilder von Habeck und Baerbock so extrem retuschiert und bearbeitet, dass man sie beide kaum wiedererkannte. Seit Robert Habeck Kanzlerkandidat ist, sieht man ihn regelmäßig in Hemd, Anzug und sogar Wintermantel, wie etwa zu seiner Möchtegern-Staatsmann-Neujahrsrede.

Der Mann, der „Vaterlandsliebe“ kürzlich noch zum Kotzen fand und mit Deutschland nichts anfangen konnte, lässt sich heute mit Deutschlandflagge und Brandenburger Tor im Rücken ablichten und auf dem Münchener Siegestor. Seine Bundestagsreden hält er plötzlich im Dreiteiler. Annalena Baerbock wurde auch lange nicht mehr in Jeans- oder Chinohosen gesehen. Sogar der neue Grünen-Chef Felix Banaszak präsentiert sich im Anzug mit Wintermantel.

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