Der Fall Anna – muss ein zwölfjähriges Kind „Nein“ sagen?

vor 3 Monaten

Der Fall Anna – muss ein zwölfjähriges Kind „Nein“ sagen?
Bildquelle: Tichys Einblick

In ihrem Kinderzimmer berichtete im Oktober 2023 die damals 13-jährige Anna ihrer Mutter von den sexuellen Handlungen mit mindestens zehn älteren Jungen. „Ich musste eine Mauer um mich ziehen, sonst wäre ich zusammengebrochen“, erinnert sich die Mutter des Mädchens später im Gespräch mit den Medien.

Die Schülerin schilderte ihrer Mutter den real erlebten Albtraum: Die Zwölfjährige hatte sich im Januar 2023 in einen zwei Jahre älteren Jungen verliebt. Treffen im Helmut-Zilk-Park, Snapchat-Nachrichten folgten – dann kam der erste Übergriff in einem Parkhaus. Der Junge erzählte es weiter, bald folgten weitere Vorfälle. Die Gruppe drohte Anna, in der Schule „zu erzählen, was für ein Mädchen sie ist“, wenn sie nicht weiter mitmache. Der Höhepunkt der Eskalation: Am 21. April 2023 wurde sie in ein Hotelzimmer gebracht, wo mindestens zehn Jugendliche nacheinander Sex mit ihr hatten. Danach wagte sie sich nicht nach Hause. Stattdessen floh sie zu einer Freundin der Mutter, trank fast zwei Liter Wasser und schlief ein – schwer traumatisiert.

Später erzählte sie ihrem neuen Freund davon, der sie ermutigte, ihre Mutter einzuweihen. Doch dieser Freund – im Buch „Amir“ genannt – isolierte sie weiter, machte ihr Vorwürfe und holte sie nachts heimlich aus ihrem Zimmer. Mit 13 wurde Anna schwanger und musste vor Weihnachten 2023 eine Abtreibung durchstehen. Im Prozess quälte sie sich weinend durch ihre Aussagen, während die Angeklagten – einige grinsten im Gerichtssaal – sehr locker wirkten. Anna brach später hyperventilierend zusammen, als sie einen der Jungen bei einer McDonald’s-Filiale sah. Bis heute kann sie keine TikToks posten, sie hat zu viel Angst vor einem Identitätsverrat in den Kommentaren.

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