Dass der Staat Empfängern von Bürgergeld die volle Miete bezahlt, dürfte allgemein bekannt sein. Weit weniger wissen, dass auch Menschen mit geringem Einkommen einen Anspruch auf Geld vom Staat haben: Studenten, Rentner und auch Beschäftigte mit geringem Einkommen. Unter Umständen auch dann, wenn ihnen die Wohnung gehört, in der sie leben. Es ist durchaus im Sinne der Regierung, wenn die Betroffenen nicht wissen, dass ihnen da Geld zusteht – denn der laufen die Kosten fürs Wohngeld schon jetzt weg. Noch so eine sozialpolitische Bombe, die hochgehen und jeden Effekt der laufenden Schuldenorgie wegsprengen könnte.
Im vergangenen Jahr haben Bund und Länder laut Statistischem Bundesamt 4,7 Milliarden Euro an Wohngeld ausgezahlt. Demnach haben rund 1,2 Millionen Haushalte das Geld bezogen. Im Schnitt knapp 300 Euro im Monat. In Bayern erhielten nur 1,7 Prozent der Haushalte Wohngeld, in Mecklenburg-Vorpommern waren es 5,6 Prozent. Die Ausgaben von rund 4,7 Milliarden Euro entsprechen einem Anstieg im Vergleich zum Jahr 2023 um 9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilt.
Mit mittlerweile knapp fünf Milliarden Euro verantworten SPD, Grüne und FDP damit nicht nur ein teures Projekt. Wie seit Jahrzehnten üblich hat hier eine Regierung den Abbau von Bürokratie versprochen – aber neue Bürokratiemonster geschaffen: Für 1,2 Millionen Berechtigte müssen nun Beamte Mietkosten erfassen, Grundbuchauszüge verwalten, Heizkosten prüfen oder „Klimakomponenten“ freigeben. Wohlgemerkt für 1,2 Millionen anerkannt Berechtigte. Denn es ist von einer hohen Zahl auszugehen an Berechtigten, die ihren Anspruch bisher nicht erhoben haben. Sei es, weil sie sich schämen, Geld vom Staat zu nehmen – oder weil sie schlicht von dieser potenziellen Zahlung nichts wissen.
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