Parteien haben Flügel. Meist sind es mehr als zwei. Das muss kein Problem sein. Libellen zeigen, dass man auch mit vier Flügeln fliegen kann. Aber wenn jeder Flügel in eine andere Richtung will, dann wird es schwierig. Wir haben uns angewöhnt, über „die AfD“ zu sprechen. Dabei übernehmen wir eine alberne – und von den Gerichten immer wieder bemängelte – Pauschalisierung. „Die AfD“ ist gesichert rechtsextrem: Das ist genauso abstrus wie der Gedanke, „die CDU“ sei in Gänze eine fromme, christliche Partei. „Die AfD“ gibt es nicht.
Nur selten werden die immanenten weltanschaulichen Gräben so sichtbar wie in diesen Tagen. Die Parteivorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla lassen mitteilen, dass sie die Angriffe der USA und Israels auf den Iran „mit großer Sorge zur Kenntnis genommen“ hätten. Die „erneute Destabilisierung des Nahen Ostens“ liege „nicht im deutschen Interesse“ und müsse „beendet werden“. Dafür bekommen sie viel Gegenwind aus den eigenen Reihen. Der Augsburger Bundestagsabgeordnete Rainer Kraft fasst die Kritik so zusammen:
Demgegenüber meldet sich der sächsische Bundestagsabgeordnete Matthias Moosdorf per Video mit der Bemerkung zu Wort, „vom Iran ging und geht aktuell keine Gefahr aus“.
Und weiter: „Was uns Sorgen machen muss, ist, dass Israel ein weiteres Land vermutlich destabilisieren wird.“ Moosdorf stimmt auch dem früheren AfD-Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten, Max Otte, ausdrücklich zu. Der hatte gesagt, es gebe eine „Israel-Lobby“ um die stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Beatrix von Storch. Die habe sich mit ihrer Unterstützung des Iran-Angriffs „verrannt“.
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